Sue Foer – »Floating Landscapes« 

Sue Foer – »Floating Landscapes« 
Malerei und Butoh Tanz
31. Juli – 16. August 2026 
im raumB1, Utting am Ammersee

Vernissage
Freitag, 31. Juli 2026, 19 Uhr
mit Butoh-Tanz Performance 

Es gibt Landschaften, die sich nicht auf einer Landkarte finden lassen. Sie entstehen im Körper, in der Erinnerung und in den kaum wahrnehmbaren Bewegungen zwischen Atem und Stille. Mit »Floating Landscapes« zeigt der von Joerg Staeger kuratierte raumB1 Sue Foers künstlerische Praxis in ihren beiden Ausdrucksformen Malerei und Butoh-Tanz. Gemeinsam eröffnen sie einen Raum, in dem Bild und Bewegung zu einer Sprache werden, die weniger erzählt als erfahren werden will.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich Sue Foer mit dem japanischen Butoh, jener nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Kunstform, die den Körper nicht als Instrument der Darstellung, sondern als Ort der Verwandlung begreift. Bewegung entsteht aus der Stille, folgt keinem festen Rhythmus und keiner Choreografie, sondern einem inneren Prozess. Der Körper wird zum Träger von Erinnerung, Vergänglichkeit und Veränderung. Zwischen Leben und Tod, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit öffnet sich ein Raum, in dem Identität nicht festgeschrieben ist, sondern sich fortwährend wandelt.

Dieselbe Haltung prägt ihre Malerei. In langsamen Arbeitsprozessen entstehen Farbschichten, die sich überlagern, wieder auflösen und Spuren früherer Entscheidungen und Erkenntnisse sichtbar werden lassen. Formen treten hervor, ohne sich vollständig zu definieren. Farbe wird zu Licht, Licht zu Atmosphäre. Das Bild bleibt offen und in Bewegung.

Der Titel Floating Landscapes bezeichnet keinen geografischen Ort, sondern einen Schwebezustand zwischen Erinnerung und Gegenwart, Körper und Landschaft, Sichtbarkeit und Entzug. Die Werke laden nicht zum Entschlüsseln ein, sondern zum Verweilen. Gerade ihre Offenheit eröffnet den Betrachtenden einen eigenen Erfahrungsraum.

Auch die Butoh-Performance versteht sich nicht als Ergänzung oder Illustration der Malerei. Beide Ausdrucksformen entspringen derselben künstlerischen Quelle. Was sich in der Performance als verlangsamte, oft kaum wahrnehmbare Bewegung entfaltet, erscheint in den Bildern als Schichtung von Farbe, Transparenz und Licht. Umgekehrt tragen die Gemälde die stille Präsenz des Körpers in sich. Tanz und Malerei begegnen sich als gleichwertige Ausdrucksformen einer gemeinsamen Praxis.

Transformation ist dabei nicht das Ergebnis einer Handlung, sondern ihre Voraussetzung. Weder Bilder noch Performance stellen Veränderung dar, sie sind Veränderung. Im Augenblick ihrer Begegnung entsteht ein Raum, in dem Körper, Farbe und Blick miteinander in Resonanz treten.

Floating Landscapes ist damit weniger eine Ausstellung als ein Zustand: ein Ort zwischen den Welten, an dem malerischen Strukturen, Körper und Zeit miteinander in Resonanz treten und die Grenzen zwischen Bild, Bewegung und Betrachter für einen Moment durchlässig werden. Die Ausstellung zeigt Sue Foers Malerei und setzt sie durch ausgewählte Performances sowie ein Künstlergespräch in einen lebendigen Zusammenhang. Nicht das einzelne Werk steht im Mittelpunkt, sondern das Wechselspiel zwischen Bild, Bewegung und Wahrnehmung, das sich mit jeder Begegnung neu entfaltet.

Sue Foer »Floating Landscapes« 
Malerei und Butoh-Tanz
Vernissage
Freitag, 31. Juli 2026, 19 Uhr
mit Butoh-Tanz Performance 

Geöffnet:
So 2. August 2026, 15-19 Uhr
So 9. August 2026, 15-19 Uhr
Butoh Talk: Gespräche mit Sue Foer

Finissage 
So 16. August 2026, 15-19 Uhr
mit Butoh-Tanz Performance 

Sue Foer

https://www.butoh-art.de/de/about-me

Das Mineral der Tour – Fotografien von Tino Pohlmann

Das Mineral der Tour
Fotografien von Tino Pohlmann

3. Juli – 26. Juli 2026 
im raumB1, Utting am Ammersee

Wir laden Euch herzlich ein zu einer neuen Ausstellung präsentiert von Yorck Dertinger. Wenn am 4. Juli 2026 die Fahrer zur 113. Tour de France aufbrechen, eröffnet im raumB1 in Utting, am Ammersee zeitgleich eine Ausstellung, die dem berühmtesten Radrennen der Welt einen besonderen Blick widmet (Vernissage Freitag 3.Juli 2026 19 Uhr). Seit mehr als zwanzig Jahren begleitet der Berliner Fotograf Tino Pohlmann die Tour de France mit seiner Kamera. Entstanden ist dabei kein klassisches Archiv des Sports, sondern eine vielschichtige fotografische Erzählung über Menschen, Landschaften und die Kräfte, die sie miteinander verbinden.

Mit der Ausstellung „Das Mineral der Tour“, die vom 3. bis 26. Juli 2026 zu sehen ist und damit den gesamten Zeitraum der diesjährigen Tour de France begleitet, präsentiert der raumB1 eine Auswahl großformatiger Fotografien, die den Blick auf das Rennen jenseits des Spektakels richten. Die Bilder erzählen von den legendären Straßen und Pässen, von Hitze, Staub und Asphalt, von Erwartung und Erschöpfung. Sie zeigen die Helden des Pelotons ebenso wie die Menschen am Straßenrand, die Jahr für Jahr Teil dieses einzigartigen Ereignisses werden.

Doch die eigentlichen Protagonisten vieler Arbeiten sind die Landschaften selbst. Berge, Felsformationen und Horizonte erscheinen als stille Zeugen eines immer wiederkehrenden Rituals. Vor ihrer geologischen Beständigkeit wird die menschliche Anstrengung sichtbar: ein kurzer Moment der Bewegung vor der Zeitlosigkeit des Gesteins. Die Tour hinterlässt ihre Spuren – und verschwindet wieder. Die Berge bleiben.

Seine Fotografien bewegen sich zwischen Reportage und künstlerischer Landschaftsaufnahme. Sie erzählen von Ausdauer und Gemeinschaft, von Triumph und Scheitern, von der Schönheit einer Landschaft und der Zerbrechlichkeit des Menschen. Neben dem entscheidenden Augenblick, gilt  Pohlmann´s Aufmerksamkeit besonders dem Ganzen, dem großen Zusammenhang, der dieses Rennen Jahr für Jahr zu einem kulturellen Ereignis von weltweiter Strahlkraft macht.

Die Ausstellung wurde von Yorck Dertinger kuratiert, der den Fotografen für diese Präsentation nach Utting eingeladen hat. Während die Fahrer Frankreich durchqueren, begegnen sich im raumB1 Gegenwart und Erinnerung, Sport und Landschaft, Bewegung und Dauer.

Vernissage
Freitag, 3. Juli 2026, 19 Uhr
Der Künstler ist anwesend.

Öffnungszeiten:
4. Juli, 5. Juli, 12. Juli, 19. Juli und 26. Juli 2026 
jeweils von 15 bis 19 Uhr

Finissage 
26. Juli 2026, ab 15 Uhr

raumB1
Utting am Ammersee
https://pohlmann.photo/

analog. offline. B1 spielt Schallplatten

Drei Sonntage im Mai:
10.05. / 17.05. / 24.05. (Pfingstsonntag)
15-19 Uhr

Leidenschaftliche Plattenleger graben in ihren Archiven und bringen ihre persönlichen Schätze zum Klingen.

Keine Playlists.
Keine Algorithmen.
Nur Musik – bewusst gehört.

Wohnzimmer statt Club.
Gespräch statt Konsum.
Begegnung statt Beschallung.

raumB1 wird zur Hörzone:
zum Verweilen, Austauschen, Entdecken.

vinyl.only!


Wir freuen uns auf entspannte, inspirierende und einfach wunderbare Sonntage mit euch!

Falls jemand von euch das starke Bedürfnis verspürt, selbst spannende Tonträger aufzulegen, meldet euch gern. Wir versuchen, einen passenden Slot für euch zu finden.

Herzliche Grüße
raumB1 Kunst- und Kulturraum e.V.
Bahnhofplatz 1 86919 Utting am Ammersee
https://raumb1.de/
Und wir danken Frank Fienbork für die graphische Gestaltung.https://www.fienbork-design.de/

LOUISA MARIE SUMMER – Spurensuche in der Ukraine – Freitag, 17. April 2026, 19Uhr


Liebe Freundinnen und Freunde des raumB1,
liebe Kunstinteressierte,

mit der Ausstellung „Spurensuche in der Ukraine“ eröffnet der raumB1 am 17. April 2026 sein Frühjahr- und Sommerprogramm.

Wir freuen uns sehr, mit der fotografischen Arbeit von Louisa Marie Summer eine künstlerische Position zu zeigen, die sich auf eindringliche und zugleich behutsame Weise mit den Brüchen von Geschichte, Erinnerung und Gegenwart auseinandersetzt. Ihre Bilder bewegen sich zwischen persönlicher Spurensuche und gesellschaftlicher Wirklichkeit, getragen von Nähe, Aufmerksamkeit und Zeit.

Wir laden euch herzlich ein zur Vernissage:

Freitag, 17. April 2026, 19 Uhr

LOUISA MARIE SUMMER – Spurensuche in der Ukraine
Ausstellungsdauer: 17. April – 3. Mai 2026
Ort: raumB1, Utting am Ammersee
Öffnungszeiten:
Sa 18.4. / So 19.4. / So 26.4. jeweils 15–19 Uhr
sowie So 3.5. ab 17 Uhr (Finissage)

Die Münchner Fotografin Louisa Marie Summer (geb. 1983) arbeitet an der Schnittstelle von Porträt und Dokumentation. Ihre Fotografien entstehen aus Begegnung – nicht als flüchtige Abbilder, sondern als Resultat von Vertrauen, Zeit und gemeinsamer Erfahrung.
Im Zentrum ihres Schaffens stehen soziale Realitäten, die oft im Verborgenen bleiben: Fragen nach Zugehörigkeit, Identität und den Spuren, die Geschichte im Leben einzelner Menschen hinterlässt.
In ihrer Serie „Spurensuche in der Ukraine – Von West nach Ost auf der Marschroute meines Großvaters“ verbindet Summer diese Themen mit einer persönlichen Recherche. Ausgangspunkt ist die Geschichte ihres Großvaters, der als deutscher Soldat im Zweiten Weltkrieg durch die Ukraine marschierte. Jahrzehnte später folgt sie dieser Route mit der Kamera – von der West- über die Zentralukraine bis in den Donbass und den Kuban.
So entsteht eine Arbeit, die sich nicht mit einfachen Antworten begnügt. Vielmehr lädt sie dazu ein, genauer hinzusehen, zuzuhören und um sich mit Fragen zu beschäftigen: nach Verantwortung, nach Erinnerung und nach der Möglichkeit von Annäherung und vielleicht auch Versöhnung.

Die Ausstellung wird präsentiert und eröffnet von Yorck Dertinger.

Wir freuen uns sehr auf euer Kommen und auf einen gemeinsamen Abend im raumB1.

raumB1 Kunst- und Kulturraum e.V.
Bahnhofplatz 1 86919 Utting am Ammersee
https://raumb1.de/
http://www.louisasummer.com/

Und wir danken Frank Fienbork für die graphische Gestaltung. Wie immer wunderbar! https://www.fienbork-design.de/

LICHTERKETTE – Hubertus Hamm – vi-ew echo

LICHTERKETTE – die Winterreihe im raumB1

Hubertus Hamm – vi-ew echo, 2025
Vernissage: Freitag, 13. März 2026, 19Uhr
Ausstellungsdauer: 13. – 29. März 2026
Öffnungszeiten: täglich von außen erlebbar.

Yorck Dertinger präsentiert als fünfte und letzte Position der Winterreihe LICHTERKETTE im raumB1 eine Arbeit von Hubertus Hamm. Es ist uns eine besondere Ehre, den renommierten und vielfach ausgezeichneten Fotografen und Künstler mit einer zentralen Arbeit seiner Werkgruppe vi-ew zeigen zu können. 
Mit dieser Ausstellung findet die Winterreihe ihren konsequenten Abschluss – konzentriert, präzise und dem Phänomen Licht in seiner grundlegendsten Dimension gewidmet.
vi-ew bewegt sich in einer Zwischenzone von Fotografie und Skulptur. Die Arbeiten erzeugen keine Bilder im klassischen Sinn, sondern organisieren Wahrnehmung. Bild entsteht als Ereignis – abhängig von Abstand, Winkel, Licht und Bewegung. Fotografie verschiebt sich hier von der Aufnahme zur Phänomenologie. vi-ew . echo besteht aus einer metallischen Wabenstruktur (ca. 125 × 125 cm) auf schwarzem Podest im dunklen Raum. Frontal erscheint die Fläche transparent, seitlich verdichtet sie sich zur Schwärze – nicht durch Farbe, sondern durch Lichtabsorption in den Zellen. Dunkelheit und Durchlässigkeit sind Zustände des Blicks.
In der Tiefe wird eine reale LED-Kerze sichtbar. Das Motiv ist nicht gemalt, sondern als Lichtquelle präsent und erschließt sich erst in der Bewegung. Bild entsteht aus der Organisation von Licht, Material und Betrachter*in.

Die kunsthistorische Bezugnahme ist präzise gesetzt: Das schwarze Quadrat – als historischer Nullpunkt der Darstellung von Kazimir Malevich bis zu den späten Schwarzbildern von Ad Reinhardt – wird hier nicht gemalt, sondern material- und lichtphysikalisch erzeugt. 

Dem gegenüber steht das Kerzenmotiv, das im Werk von Gerhard Richter zu einem kanonischen Bild geworden ist. 

In vi-ew . echo wird es nicht abgebildet, sondern als reale Präsenz in den Raum überführt. So entsteht ein „Echo“ zweier Bildtraditionen, das weniger über Motive als über Bedingungen funktioniert: Reduktion und Figuration, Fläche und Tiefe, Darstellung und Präsenz werden nicht behauptet, sondern im Sehen erfahrbar gemacht.

Hubertus Hamm (geb. 1950) lebt und arbeitet in München. Nach dem Diplom an der Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie München (1973) assistierte er Jan Keetman und betreibt seit den 1970er-Jahren ein eigenes Atelier. Seit den 2000er-Jahren konzentriert er sich verstärkt auf künstlerische und Ausstellungsvorhaben, in denen er Fotografie als räumlich-materiale und wahrnehmungsabhängige Situation weiterdenkt – etwa in der Werkgruppe vi-ew.

https://hubertushamm.de

LICHTERKETTE – die Winterreihe im raumB1
Hubertus Hamm – vi-ew echo, 2025
Vernissage: Freitag, 13. März 2026, 19Uhr
Ausstellungsdauer: 13. – 29. März 2026
Öffnungszeiten: täglich von außen erlebbar.
Ort: raumB1, Utting am Ammersee, Bahnhofplatz 1

Dank an Fienbork Design für die grafische Gestaltung von Plakat und Karte

LICHTERKETTE – Martin Dessecker – o.T. (normal?)

LICHTERKETTE – die Winterreihe im raumB1

Martin Dessecker – o.T. (normal?)
Vernissage: Freitag, 13. Februar 2026
Ausstellungsdauer: 13. Februar – 1. März 2026
Öffnungszeiten: täglich von außen erlebbar.
Ort: raumB1, Utting am Ammersee

Als 4. Position der Winterreihe LICHTERKETTE zeigt der raumB1 in Utting unter der Leitung von Joerg Staeger die eigens für den raumB1 entwickelte Installation „o.T. (normal?)“ von Martin Dessecker.

Die Arbeit thematisiert Wahrnehmung als offenen, instabilen Prozess. Sie setzt dort an, wo Gewissheiten beginnen zu kippen und das vermeintlich Normale fragwürdig wird. Nicht als Provokation, sondern als leise Verschiebung – als Einladung, genauer hinzusehen.

Martin Dessecker wurde 1958 in München geboren. Nach einer Ausbildung in Grafik-Design und Fotografie studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. 

In den 1980er- und 90er-Jahren begann er mit Malerei, Skulptur und Fotografie, bevor sein Werk zunehmend raumbezogene Installationen, filmische Arbeiten und Mischformen einschloss. 

Dessecker zeigt Arbeiten seither regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen, u. a. in Galerien und Institutionen in Deutschland, und realisiert Projekte, die Zeichnung, Objekt, Licht und Raum zu vielschichtigen Wahrnehmungssituationen verknüpfen.

Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Zeichnung, Skulptur, Installation und Raum. Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist häufig die genaue Beobachtung alltäglicher Situationen und Bildwelten. Ihn interessiert, wie schnell sich Wahrnehmung verfestigt – und wie sie sich durch minimale Eingriffe wieder öffnen lässt. Dessecker spricht in diesem Zusammenhang selbst vom „Überlisten“ gewohnter Sehweisen.

Formal spielt dabei die Linie eine zentrale Rolle: reduziert, präzise, mit Anklängen an die Comiczeichnung und der grafischen Zeichensprache. Diese vertraute Bildsprache erzeugt zunächst Nähe, entzieht sich jedoch einer eindeutigen Erzählung. Figuren, Zeichen und Fragmente bleiben bruchstückhaft und lassen Bedeutungen bewusst offen.

In „o.T. (normal?)“ wird diese zeichnerische Logik in den Raum übertragen. Der raumB1 fungiert als Bühne einer zurückhaltenden, fast theatralen Inszenierung. Licht, Fläche, Bild und räumliche Setzung treten in Beziehung zueinander, ohne sich zu einem geschlossenen Bild zu fügen. Die Installation versteht sich weniger als Objekt denn als Situation, die erst durch die Wahrnehmung der Betrachtenden vollständig wird.

Die Arbeit ist von außen erlebbar und nutzt den raumB1 als Schwellenraum zwischen öffentlichem Raum und persönlicher Wahrnehmung. Besonders in den Abendstunden entfaltet sich die Installation als stille Intervention im Alltäglichen.

Dank an Fienbork Design für die grafische Gestaltung von Plakat und Karte

LICHTERKETTE „YOUR SCAPES“ von Vanessa Hafenbrädl / Bilder von der Vernissage am 28.11.2025

AV-Installation „YOUR SCAPES“ von Vanessa Hafenbrädl
Audio / Video / Glas
Vernissage: 28. November 2025, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 28.11.–14.12.2025
Täglich von 17:30 bis 20 Uhr von außen erlebbar (Bild & Ton)

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LICHTERKETTE – Axel Wagner eröffnet mit „nicht nichts (solange ich lebe)

Axel Wagner eröffnet mit „nicht nichts (solange ich lebe)
Vernissage: Donnerstag, 6. November 2025, 19 Uhr

Der Kunst- und Kulturraum raumB1 e.V. in Utting am Ammersee startet im November 2025 die neue kuratierte Winterreihe LICHTERKETTE. Die Reihe verbindet Positionen zeitgenössischer Kunst zu einer offenen künstlerischen Kette – getragen von der immateriellen Kraft des Lichts und dem Gedanken des Dialogs.

Von November 2025 bis März 2026 präsentieren wechselnde Künstlerinnen und Künstler Licht-, Video- und Rauminstallationen, die nach Einbruch der Dunkelheit von außen erlebbar sind. LICHTERKETTE bringt Kunst in den öffentlichen Raum und ermöglicht niederschwellige Zugänge – ohne Schwelle, ohne Eintritt, offen für alle.

Axel Wagner eröffnet LICHTERKETTE im raumB1 –

Vernissage am 6. November 2025

Den Auftakt gestaltet Axel Wagner (geb. 1964, lebt und arbeitet in Greifenberg) mit der Videoinstallation „nicht nichts (solange ich lebe)”. Die Arbeit widmet sich einem zentralen Motiv seines künstlerischen Schaffens: dem Verhältnis von Existenz und Leere.

Auf radikal reduzierte Weise richtet Wagner den Blick auf den Atem – Ursprung und Ausdruck des Lebens. Jede Ein- und Ausatmung erscheint als leiser, doch beharrlicher Akt der Selbstbehauptung: ein rhythmisches Zeichen des Daseins gegen das Verschwinden in der Unendlichkeit. Minimalismus wird hier nicht Verzicht, sondern Verdichtung.

Wagner knüpft an physikalische und philosophische Konzepte von Raumzeit, Energie und Entropie an. 

Die Negativumkehr einer Kerzenflamme fungiert als zentrales Bildmotiv. Sie wird zum Symbol eines „Schwarzen Lochs“ – Ort der maximalen Verdichtung und Absenz zugleich. Licht wird Dunkelheit. Energie wird Stille. 

Doch trotz drohender Auflösung bleibt etwas bestehen: der Rhythmus des Atems, die Behauptung des Eigenen im Raum.

Axel Wagner beschreibt seine Herangehensweise selbst so:

„Wenn ich lese, was Ereignishorizont, Beobachtungshorizont oder Raumzeit in der Physik bedeuten, meine ich es kurz zu verstehen – dann verliere ich es wieder. Es bleibt die Ehrfurcht vor Raum und Zeit und die Demut angesichts ihrer Grenzen. Dort, wo mein Verstehen endet, beginnt meine künstlerische Arbeit.“

Kunst an der Schwelle

Die Installation bleibt bewusst außerhalb eines geschlossenen Ausstellungsraumes. Sie begegnet den Menschen am großen Schaufenster des raumB1 – sichtbar, hörbar, unmittelbar im öffentlichen Leben. 

LICHTERKETTE führt Kunst dahin zurück, wo Begegnung entsteht: an die Schwelle zwischen Innen und Außen, Licht und Dunkel, Individuum und Welt.

Vernissage: Donnerstag, 6. November, 19 Uhr

6.–23. November 2025

täglich nach Einbruch der Dunkelheit von außen einsehbar

raumB1 Kunst- und Kulturraum e.V.

Bahnhofplatz 1, 86919 Utting am Ammersee

Axel Wagner / Portrait von Yorck Dertinger

Armin Smailovic – „Srebrenica – Ich zählte mein Leben in Sekunden…“

Eröffnung:
Freitag, 4. Juli 2025, 19:00 Uhr
Hörspielaufführung mit Künstlergespräch:
Sonntag, 6. Juli 2025, 19:00 Uhr

Im Juli zeigt der raumB1 in Utting eine ganz besondere Ausstellung, die angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen weltweit eine beklemmende und traurige Aktualität erhält:

Yorck Dertinger präsentiert die fotografische Langzeitstudie „Srebrenica – Ich zählte mein Leben in Sekunden…“ des international renommierten Fotografen Armin Smailovic – anlässlich des 30. Jahrestags des Genozids von Srebrenica.

Diese eindrucksvolle Arbeit entstand über einen Zeitraum von sechs Jahren und geht weit über klassische Dokumentarfotografie hinaus. Smailovic begann seine Recherche 2009, als er bei einem Fototermin auf einen der wenigen Überlebenden des Völkermords traf – einen Mann, der die Erschiessungen im Ort Pilice (Ostbosnien) unter über 1.500 ermordeten Menschen wie durch ein Wunder überlebte. Diese Begegnung wurde zum Ausgangspunkt für eine intensive und schonungslose Auseinandersetzung mit den Ereignissen von 1995.

Smailovic sprach mit Überlebenden, Angehörigen, niederländischen Blauhelmsoldaten – und gemeinsam mit dem Regisseur Branko Šimić führten diese Recherchen 2015 zur Uraufführung des dokumentarischen Theaterstücks „Srebrenica – ich zählte mein Leben in Sekunden…“ am Thalia Theater Hamburg.

Ein zentrales Element der Ausstellung ist die Kraft der Fotografie als Form des Erinnerns und Widerstands. Am Sonntag, den 6. Juli 2025 um 19 Uhr, wird im raumB1 das darauf basierende Hörspiel des Deutschlandfunk Kultur aufgeführt – im Anschluss folgt ein Künstlergespräch mit Armin Smailovic..

Armin Smailovic lebt zwischen München und Sarajevo und arbeitet international als Fotograf, Autor und Regisseur. Seine Reportagen, Porträts und Langzeitprojekte erscheinen in führenden Medien wie dem SZ-Magazin, ZEITmagazin und Der Spiegel, ebenso wie bei Institutionen wie den Vereinten Nationen. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Hansel-Mieth-Preis, dem LEAD Award, dem Preis der Stadt München sowie dem Marler Medienpreis für Menschenrechte von Amnesty International. Als Mitbegründer des Fotodoks-Festivals und der Agentur Focus–Die Fotograf*innen zählt er zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Dokumentarfotografie.

Die Ausstellung ist ein dokumentarisches Mahnmal – ein visuelles Zeugnis über Erinnerung, Verantwortung und das Überleben. Gerade heute, angesichts wachsender nationalistischer, autoritärer und geschichtsrevisionistischer Tendenzen weltweit, ist ihre Botschaft dringlicher denn je.

Vernissage: Freitag, 4. Juli 2025, 19:00 Uhr
Hörspielaufführung mit Künstlergespräch: Sonntag, 6. Juli 2025, 19:00 Uhr

https://www.hoerspielundfeature.de/srebrenica-hoerspiel-ueber-das-kriegsverbrechen-von-1995-100.html

Weitere Öffnungszeiten:
Sa.5.  So. 13. und So. 20. Juli, 15-18 Uhr
Finissage: 27. Juli, 15-18 Uhr

raumB1, Bahnhofstraße 1, Utting am Ammersee

Christoph Franke „Wie unten so oben“

Liebe Kunstfreund:innen!
Anlässlich der 4. Kreiskulturtage im Landkreis Landsberg am Lech vom 10. bis 25. Mai 2025 präsentiert Joerg Staeger im raumB1 in Utting am Ammersee:
Christoph Franke „Wie unten so oben“
Ein fotografisches Lauschen auf das göttliche Netzwerk der Natur – und auf uns selbst.

Vernissage Samstag 10.Mai 2025 um 20Uhr.

Die Welt ist in Aufruhr. Klimakrise, Kriege, soziale Spaltung, seelische Erschöpfung – das globale Gefüge scheint zu wanken, und mit ihm auch das Innere vieler Menschen. Was früher Halt gab, ist brüchig geworden. Beziehungen, Gemeinschaften, Werte. Orientierungslosigkeit breitet sich aus wie ein unsichtbarer Nebel.
In dieser Zeit des Wandels ruft uns Christoph Frankes fotografische Arbeit etwas in Erinnerung, das wir vielleicht längst vergessen haben: Dass es eine andere Form von Wissen gibt. Eine Weisheit, die nicht laut ist. Eine Sprache, die nicht auf Bildschirmen erscheint. Eine Ordnung, die nicht gemacht ist, sondern gewachsen.

„Wie unten so oben“ – der Titel dieser Ausstellung ist mehr als ein Zitat aus der alchemistischen Überlieferung. Er ist eine Einladung, die Welt als Spiegel zu begreifen. Was wir im Äußeren sehen, hat seine Entsprechung im Inneren. Was sich im Irdischen zeigt, verweist auf das Geistige.
So, wie die Baumkrone mit ihren fein verästelten Zweigen den Himmel berührt, so reichen ihre Wurzeln tief in die Erde. Oben und unten – sie sind kein Gegensatz. Sie sind Ausdruck eines einzigen, lebendigen Zusammenhangs.

Die stille Sprache der Bäume.

Sie leben seit Jahrtausenden – vernetzt, verbunden, tief verwurzelt in Erde und Licht. Was wir heute mühsam als neue wissenschaftliche Erkenntnis begreifen, ist in ihrem Sein selbstverständlich: Kommunikation, Austausch, Solidarität, Widerstandskraft. Über das unterirdische Pilzgeflecht, das sogenannte Wood Wide Web, senden Bäume Signale, teilen Ressourcen, reagieren auf ihre Umwelt.
Nicht im Wettbewerb. Sondern im Miteinander.

Christoph Franke begegnet diesen Wesen mit Demut. Seine Fotografien sind keine flüchtigen Momentaufnahmen – sie entstehen aus zahlreichen Einzelbildern, die in ihrer Tiefe spürbar machen, dass wir eingebunden sind in einen größeren, unsichtbaren Organismus. Indem er die Baumkronen auf den Kopf stellt, kehrt er die Perspektive um – und offenbart eine stille Wahrheit: Was wir für oben halten, könnte unten sein. Was wir außen suchen, beginnt im Inneren. Wie unten so oben. Wie innen so außen. Die Fotografien von Franke sind Spiegel.

Und sie sind Fragen: Was, wenn wir Menschen nicht isolierte Einheiten wären, sondern Teil eines lebendigen Ganzen? Was, wenn wir lernen würden, wieder zu lauschen – nicht auf die Geräusche der Welt, sondern auf die Rhythmen des Lebens? Wie kann ein verletzter Mensch – wie ein verletzter Baum – durch das Netz der Gemeinschaft getragen werden? In einer Welt, die laut ist, sprechen diese Bilder leise. Und vielleicht liegt genau darin ihre Kraft. Der französische Jesuit, Theologe und Naturwissenschaftler Pierre Teilhard de Chardin schrieb bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts:

„Wir sind keine menschlichen Wesen, die eine spirituelle Erfahrung machen. Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen.“
Vielleicht ist es Zeit, diese Erfahrung zuzulassen. Nicht in der Ferne – sondern direkt vor uns. In einem Baum. In einem Bild. In uns selbst.

Christoph Franke „Wie unten so oben“

10. – 25. Mai 2025

Sa. 10.05. – Vernissage 20 Uhr

Öffnungszeiten

So. 11.05. 16 – 19 Uhr

So. 18.05. 16 – 19 Uhr

So. 25.05  16 – 19 Uhr

Wir bedanken uns bei Fienbork Design für die Gestaltung von Plakat und Einladungskarte.

raumB1
Ein Raum für Kunst, Kultur und Begegnung 
Bahnhofsplatz 1 
86919 Utting am Ammersee