Vom 11. bis 27. September 2026 verwandelt die Künstlerin Maria Mayer den Raum B1 in Utting in eine begehbare Farblandschaft.
Im Mittelpunkt steht die Schilfblüte vom Ammersee. Ihr Farbstoff wird zur Grundlage einer Installation, die zum Dialog zwischen Mensch und Natur einlädt.
Termine der offenen Farbwerkstatt: Freitag, 11.09.2026 + 18.09.206 von 17:30 – 19:30 Uhr Samstag, 12.09.2026 + 19.09.2026 von 16:00 – 18:00 Uhr Sonntag, 13.09.2026 + 21.09.2026 von 10:00 – 12:00 Uhr
Ausstellungseröffnung: Die Vernissage findet am Freitag, den 25. September 2026, um 19 Uhr im Raum B1 statt. Die Ausstellung ist noch am Samstag, den 26. September (16-18 Uhr) und Sonntag, den 27. September (10-12 Uhr) geöffnet.
Die Entstehung des Werks ist für das Publikum vom 11. September an in einer offenen Werkstatt erlebbar. Der Kunst- und Kulturraum e.V. präsentiert mit „Fading Hues // Vom Ufer und seinen Farben“ ein Projekt, das den Blick auf das Vertraute neu ausrichtet.
Die Schilfblüte, ein prägendes Element der Ammersee-Landschaft, wird zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Achtsamkeit und dem Kreislauf der Natur. Die Künstlerin Maria Mayer extrahiert aus den Blüten des Schilfrohrs, die von August bis Oktober am Ufer blühen, Pigmente, die ein Spektrum von silbrigen bis hin zu grünen Farbtönen ergeben.
Andreas Kloker Konstellation / Kunst* *Der Versuch einer Darstellung 21.08. – 06.09.2026
Was ich sehe, will etwas von mir.
Ließe sich mit diesem Satz ein Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit von Andreas Kloker beschreiben?
Nicht eine Idee sucht nach ihrer Form. Es ist die Welt selbst, die den Künstler anspricht. Ein Stück Holz. Ein Ziegelstein. Ein verrostetes Eisenteil. Ein Raum. Ein Licht. Eine Situation. Nichts bleibt bloßer Gegenstand. Alles tritt in Beziehung. Was er sieht, fordert eine Antwort.
Diese Antwort heißt Kunst!
Aber was bleibt von einer künstlerischen Handlung nach fast dreißig Jahren?
Mit dieser ebenso einfachen wie weitreichenden Frage setzt sich Andreas Kloker in seiner aktuellen Installation auseinander. Er greift eine Arbeit wieder auf, die er einst 1997 im Taubenturm in Dießen entwickelte. Aber nicht als Rekonstruktion. Denn weder der Ort noch die Zeit und schon gar nicht der Künstler sind dieselben geblieben.
Foto: Yorck Dertinger
Die Ausstellung im raumB1 ist vielmehr eine erneute Annäherung an eine künstlerische Arbeit. An einem anderen Ort, von einem veränderten Menschen, in einer veränderten Zeit.
Als die erste Installation 1997 im Taubenturm in Dießen gezeigt wurde, beschrieb die Süddeutsche Zeitung sie als eine Arbeit von „hintergründiger Ordnung“. Ingrid Zimmermann schilderte einen Raum aus Brettern, Ziegelsteinen, Gusseisen, Maultrommeln, Dachplatten und Werkzeugen. Nichts wirkte dekorativ oder zufällig. Die Dinge schienen auf etwas zu warten. Auf Handlung. Auf Aufmerksamkeit. Auf den Menschen.
Vielleicht ist es genau diese Erwartung, die Andreas Klokers Arbeit bis heute prägt.
Dabei interessiert Kloker nicht das abgeschlossene Kunstwerk. Ihn interessiert der Moment, in dem ein Gegenstand seine vertraute Funktion hinter sich lässt und etwas anderes werden kann. Materialien tragen Erinnerungen in sich. Spuren von Zeit, Gebrauch, Bedeutung und Veränderung. Ein Ziegelstein bleibt ein Ziegelstein. Und vielleicht eben nicht.
Erst in der Beziehung der Dinge zueinander entsteht das, was Kloker als Konstellation versteht.
Eine Konstellation ist keine feste Ordnung. Sie ist ein offenes Gefüge. Obgleich jedes Teil eine eigene Geschichte in sich trägt, liegt die Bedeutung in diesem Fall nicht im einzelnen Gegenstand. Sie entsteht dazwischen. Zwischen Material und Raum. Zwischen Wahrnehmung und Erinnerung. Zwischen dem Werk und dem Menschen, der ihm begegnet.
Der Untertitel Der Versuch einer Darstellung verweist auf diese Offenheit. Es geht nicht um ein endgültiges Ergebnis. Die Ausstellung bleibt bewusst ein Versuch.
Denn ein Versuch darf suchen. Er darf prüfen, verwerfen und neu ordnen. Er muss nicht so tun, als wäre bereits alles geklärt. Andreas Kloker verfolgt diesen Weg seit vielen Jahrzehnten mit großer Beharrlichkeit und einer unverwechselbaren künstlerischen Sprache.
Am 24. April 2026 wurde der in Schondorf am Ammersee lebende Künstler mit dem Kunstpreis des Landkreises Landsberg am Lech ausgezeichnet. Gewürdigt wurde sein vielseitiges Werk aus Zeichnungen, Objekten, Installationen, Schreibbildern und performativen Arbeiten.
Für den raumB1 ist es deshalb eine besondere Freude, Andreas Kloker unmittelbar nach dieser Auszeichnung mit einer Ausstellung präsentieren zu können.
Mit Konstellation / Kunst* Der Versuch einer Darstellung treffen zwei Perspektiven aufeinander.
Für Andreas Kloker liegt der Ausgangspunkt in der eigenen künstlerischen Erfahrung. Materialien, Formen und Gedanken einer früheren Arbeit werden erneut verfügbar. Durchaus als Erinnerung, aber auch als Material für etwas, das erst jetzt entstehen darf.
Kurator Joerg Staeger setzt an einem etwas anderen Punkt an. Ihn interessiert nicht die Wiederherstellung eines historischen Werkes und auch nicht der rückwärtsgewandte Blick. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, was geschieht, wenn Klokers damalige künstlerische Haltung unter veränderten Bedingungen in die Gegenwart tritt.
Was damals entstanden ist, wird wieder offen.
So wird aus der Wiederaufnahme keine Rückschau, sondern die Fortsetzung eines künstlerischen Dialogs.
Andreas Kloker und Joerg Staeger im Gespräch / Foto: Yorck Dertinger
Und dann sind da noch die Betrachter.
Denn eine Konstellation aus Dingen und Raum verändert sich in dem Moment, in dem jemand den Raum betritt. Die Besucher schauen nicht nur auf etwas. Sie bewegen sich darin, verändern ihre Perspektive und stellen eigene Beziehungen zwischen den Dingen her. Vielleicht entdecken sie eine Ordnung. Vielleicht eine ganz andere als die, die Andreas Kloker gesehen hat.
Man könnte dabei an Marcel Duchamp denken, für den sich ein Kunstwerk erst in der Begegnung mit dem Betrachter vollendet. Bei Andreas Kloker verschiebt sich dieser Gedanke. Der Betrachter vollendet das Werk nicht. Er tritt in die Konstellation ein und wird für einen Moment selbst Teil von ihr.
Vielleicht beginnt Kunst genau dort, wo wir erkennen:
Was ich sehe, will etwas von mir.
Foto: Yorck Dertinger
Andreas Kloker Konstellation / Kunst* *Der Versuch einer Darstellung 21. August bis 6. September 2026 Vernissage Freitag, 21.08., 19 Uhr Öffnungszeiten So, 23.08., 15–19 Uhr So, 30.08., 15–19 Uhr So, 06.09., 15–19 Uhr (Finissage)
Sue Foer – »Floating Landscapes« Malerei und Butoh Tanz 31. Juli – 16. August 2026 im raumB1, Utting am Ammersee
Vernissage Freitag, 31. Juli 2026, 19 Uhr mit Butoh-Tanz Performance
Es gibt Landschaften, die sich nicht auf einer Landkarte finden lassen. Sie entstehen im Körper, in der Erinnerung und in den kaum wahrnehmbaren Bewegungen zwischen Atem und Stille. Mit »Floating Landscapes« zeigt der von Joerg Staeger kuratierte raumB1 Sue Foers künstlerische Praxis in ihren beiden Ausdrucksformen Malerei und Butoh-Tanz. Gemeinsam eröffnen sie einen Raum, in dem Bild und Bewegung zu einer Sprache werden, die weniger erzählt als erfahren werden will.
Seit vielen Jahren beschäftigt sich Sue Foer mit dem japanischen Butoh, jener nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Kunstform, die den Körper nicht als Instrument der Darstellung, sondern als Ort der Verwandlung begreift. Bewegung entsteht aus der Stille, folgt keinem festen Rhythmus und keiner Choreografie, sondern einem inneren Prozess. Der Körper wird zum Träger von Erinnerung, Vergänglichkeit und Veränderung. Zwischen Leben und Tod, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit öffnet sich ein Raum, in dem Identität nicht festgeschrieben ist, sondern sich fortwährend wandelt.
Dieselbe Haltung prägt ihre Malerei. In langsamen Arbeitsprozessen entstehen Farbschichten, die sich überlagern, wieder auflösen und Spuren früherer Entscheidungen und Erkenntnisse sichtbar werden lassen. Formen treten hervor, ohne sich vollständig zu definieren. Farbe wird zu Licht, Licht zu Atmosphäre. Das Bild bleibt offen und in Bewegung.
Der Titel Floating Landscapes bezeichnet keinen geografischen Ort, sondern einen Schwebezustand zwischen Erinnerung und Gegenwart, Körper und Landschaft, Sichtbarkeit und Entzug. Die Werke laden nicht zum Entschlüsseln ein, sondern zum Verweilen. Gerade ihre Offenheit eröffnet den Betrachtenden einen eigenen Erfahrungsraum.
Auch die Butoh-Performance versteht sich nicht als Ergänzung oder Illustration der Malerei. Beide Ausdrucksformen entspringen derselben künstlerischen Quelle. Was sich in der Performance als verlangsamte, oft kaum wahrnehmbare Bewegung entfaltet, erscheint in den Bildern als Schichtung von Farbe, Transparenz und Licht. Umgekehrt tragen die Gemälde die stille Präsenz des Körpers in sich. Tanz und Malerei begegnen sich als gleichwertige Ausdrucksformen einer gemeinsamen Praxis.
Transformation ist dabei nicht das Ergebnis einer Handlung, sondern ihre Voraussetzung. Weder Bilder noch Performance stellen Veränderung dar, sie sind Veränderung. Im Augenblick ihrer Begegnung entsteht ein Raum, in dem Körper, Farbe und Blick miteinander in Resonanz treten.
Floating Landscapes ist damit weniger eine Ausstellung als ein Zustand: ein Ort zwischen den Welten, an dem malerischen Strukturen, Körper und Zeit miteinander in Resonanz treten und die Grenzen zwischen Bild, Bewegung und Betrachter für einen Moment durchlässig werden. Die Ausstellung zeigt Sue Foers Malerei und setzt sie durch ausgewählte Performances sowie ein Künstlergespräch in einen lebendigen Zusammenhang. Nicht das einzelne Werk steht im Mittelpunkt, sondern das Wechselspiel zwischen Bild, Bewegung und Wahrnehmung, das sich mit jeder Begegnung neu entfaltet.
Sue Foer »Floating Landscapes« Malerei und Butoh-Tanz Vernissage Freitag, 31. Juli 2026, 19 Uhr mit Butoh-Tanz Performance
Geöffnet: So 2. August 2026, 15-19 Uhr So 9. August 2026, 15-19 Uhr Butoh Talk: Gespräche mit Sue Foer
Finissage So 16. August 2026, 15-19 Uhr mit Butoh-Tanz Performance
Das Mineral der Tour Fotografien von Tino Pohlmann
3. Juli – 26. Juli 2026 im raumB1, Utting am Ammersee
Wir laden Euch herzlich ein zu einer neuen Ausstellung präsentiert von Yorck Dertinger.Wenn am 4. Juli 2026 die Fahrer zur 113. Tour de France aufbrechen, eröffnet im raumB1 in Utting, am Ammersee zeitgleich eine Ausstellung, die dem berühmtesten Radrennen der Welt einen besonderen Blick widmet (Vernissage Freitag 3.Juli 2026 19 Uhr). Seit mehr als zwanzig Jahren begleitet der Berliner Fotograf Tino Pohlmann die Tour de France mit seiner Kamera. Entstanden ist dabei kein klassisches Archiv des Sports, sondern eine vielschichtige fotografische Erzählung über Menschen, Landschaften und die Kräfte, die sie miteinander verbinden.
Mit der Ausstellung „Das Mineral der Tour“, die vom 3. bis 26. Juli 2026 zu sehen ist und damit den gesamten Zeitraum der diesjährigen Tour de France begleitet, präsentiert der raumB1 eine Auswahl großformatiger Fotografien, die den Blick auf das Rennen jenseits des Spektakels richten. Die Bilder erzählen von den legendären Straßen und Pässen, von Hitze, Staub und Asphalt, von Erwartung und Erschöpfung. Sie zeigen die Helden des Pelotons ebenso wie die Menschen am Straßenrand, die Jahr für Jahr Teil dieses einzigartigen Ereignisses werden.
Doch die eigentlichen Protagonisten vieler Arbeiten sind die Landschaften selbst. Berge, Felsformationen und Horizonte erscheinen als stille Zeugen eines immer wiederkehrenden Rituals. Vor ihrer geologischen Beständigkeit wird die menschliche Anstrengung sichtbar: ein kurzer Moment der Bewegung vor der Zeitlosigkeit des Gesteins. Die Tour hinterlässt ihre Spuren – und verschwindet wieder. Die Berge bleiben.
Seine Fotografien bewegen sich zwischen Reportage und künstlerischer Landschaftsaufnahme. Sie erzählen von Ausdauer und Gemeinschaft, von Triumph und Scheitern, von der Schönheit einer Landschaft und der Zerbrechlichkeit des Menschen. Neben dem entscheidenden Augenblick, gilt Pohlmann´s Aufmerksamkeit besonders dem Ganzen, dem großen Zusammenhang, der dieses Rennen Jahr für Jahr zu einem kulturellen Ereignis von weltweiter Strahlkraft macht.
Die Ausstellung wurde von Yorck Dertinger kuratiert, der den Fotografen für diese Präsentation nach Utting eingeladen hat. Während die Fahrer Frankreich durchqueren, begegnen sich im raumB1 Gegenwart und Erinnerung, Sport und Landschaft, Bewegung und Dauer.
Vernissage Freitag, 3. Juli 2026, 19 Uhr Der Künstler ist anwesend.
Öffnungszeiten: 4. Juli, 5. Juli, 12. Juli, 19. Juli und 26. Juli 2026 jeweils von 15 bis 19 Uhr
Liebe Freundinnen und Freunde des raumB1, wir laden Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung
„Klang / Licht / Text“ von Robin Taylor ein.
Vom 5. bis 21. Juni 2026 verwandelt sich der raumB1 erstmals in ein philosophisches Klanglabor – eine Installation zwischen Klangkunst, analoger Technologie und philosophischer Reflexion. Besonders freuen wir uns, dass Joy Wagner zum ersten Mal ein Projekt im raumB1 realisiert. Mit ihrer kuratorischen Perspektive öffnet Joy Wagner den Raum für eine ungewöhnliche Verbindung von Klang, Denken und Wahrnehmung.
Im Mittelpunkt steht ein autonom arbeitender analoger Synthesizer: ein System aus Kabeln, Modulen und elektronischen Schaltungen, das sich permanent selbst organisiert und in Echtzeit eigene rhythmische und klangliche Strukturen entwickelt. Der Künstler bestimmt die Bedingungen – nicht aber die konkreten Ergebnisse. Die Installation schlägt dabei einen faszinierenden Bogen von frühen elektronischen Experimenten der 1950er- und 1960er-Jahre bis zu aktuellen Diskussionen um künstliche Intelligenz, maschinelle Entscheidungsprozesse und Autorschaft. „Klang / Licht / Text“ fragt danach, wie Bedeutung entsteht, wenn Kontrolle, Zufall und technische Systeme ineinandergreifen. Neben Klang prägen Licht und Sprache die Arbeit: Projektionen aus Öllampen tauchen den Raum in ein warmes, bewegliches Licht, während fünf Texte die Installation aus philosophischer, technischer und ökonomischer Perspektive kommentieren, erweitern und hinterfragen. Wer liest, hört anders. Wer hört, liest anders. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung sind die begleitenden Gesprächsrunden, zu denen Robin Taylor und Joy Wagner gemeinsam einladen. Sie vertiefen zentrale Themen des philosophischen Klanglabors und öffnen den Raum für Austausch und Diskussion:
Eröffnung Freitag, 5. Juni 2026, 19 Uhr
Ausstellung Sonntag, 14. Juni 2026, 15–19 Uhr Freitag, 19. Juni 2026, 15–19 Uhr Sonntag, 21. Juni 2026, 15–19 Uhr
Gesprächsrunden So 14. Juni, 16 Uhr „Was ist ein Serge-Synthesizer?“ Eine Einführung in die Welt modularer analoger Synthesizer und ihre besondere Rolle zwischen Instrument, Maschine und Experiment.
Fr 19. Juni, 16 Uhr „Die Vorfahren von ChatGPT“ Über frühe kybernetische Systeme, analoge Netzwerke und die überraschend langen historischen Linien heutiger KI-Technologien.
So 21. Juni, 16 Uhr „Die Gemeinsamkeiten von Ökonomie, Politik, Technologie und einem modularen Synthesizer“ Ein Gespräch über Systeme, Rückkopplungen, Kontrolle und Selbstorganisation – weit über die Musik hinaus.
Wir freuen uns auf euren Besuch, anregende Gespräche und gemeinsame Entdeckungen im philosophischen Klanglabor.
Herzliche Grüße raumB1 Bahnhofplatz 1 Utting am Ammersee
raumB1 wird zur Hörzone: zum Verweilen, Austauschen, Entdecken.
vinyl.only!
Wir freuen uns auf entspannte, inspirierende und einfach wunderbare Sonntage mit euch!
Falls jemand von euch das starke Bedürfnis verspürt, selbst spannende Tonträger aufzulegen, meldet euch gern. Wir versuchen, einen passenden Slot für euch zu finden.
Herzliche Grüße raumB1 Kunst- und Kulturraum e.V. Bahnhofplatz 1 86919 Utting am Ammersee https://raumb1.de/ Und wir danken Frank Fienbork für die graphische Gestaltung.https://www.fienbork-design.de/
Liebe Freundinnen und Freunde des raumB1, liebe Kunstinteressierte,
mit der Ausstellung „Spurensuche in der Ukraine“ eröffnet der raumB1 am 17. April 2026 sein Frühjahr- und Sommerprogramm.
Wir freuen uns sehr, mit der fotografischen Arbeit von Louisa Marie Summer eine künstlerische Position zu zeigen, die sich auf eindringliche und zugleich behutsame Weise mit den Brüchen von Geschichte, Erinnerung und Gegenwart auseinandersetzt. Ihre Bilder bewegen sich zwischen persönlicher Spurensuche und gesellschaftlicher Wirklichkeit, getragen von Nähe, Aufmerksamkeit und Zeit.
Wir laden euch herzlich ein zur Vernissage:
Freitag, 17. April 2026, 19 Uhr
LOUISA MARIE SUMMER – Spurensuche in der Ukraine Ausstellungsdauer: 17. April – 3. Mai 2026 Ort: raumB1, Utting am Ammersee Öffnungszeiten: Sa 18.4. / So 19.4. / So 26.4. jeweils 15–19 Uhr sowie So 3.5. ab 17 Uhr (Finissage)
Die Münchner Fotografin Louisa Marie Summer (geb. 1983) arbeitet an der Schnittstelle von Porträt und Dokumentation. Ihre Fotografien entstehen aus Begegnung – nicht als flüchtige Abbilder, sondern als Resultat von Vertrauen, Zeit und gemeinsamer Erfahrung. Im Zentrum ihres Schaffens stehen soziale Realitäten, die oft im Verborgenen bleiben: Fragen nach Zugehörigkeit, Identität und den Spuren, die Geschichte im Leben einzelner Menschen hinterlässt. In ihrer Serie „Spurensuche in der Ukraine – Von West nach Ost auf der Marschroute meines Großvaters“ verbindet Summer diese Themen mit einer persönlichen Recherche. Ausgangspunkt ist die Geschichte ihres Großvaters, der als deutscher Soldat im Zweiten Weltkrieg durch die Ukraine marschierte. Jahrzehnte später folgt sie dieser Route mit der Kamera – von der West- über die Zentralukraine bis in den Donbass und den Kuban. So entsteht eine Arbeit, die sich nicht mit einfachen Antworten begnügt. Vielmehr lädt sie dazu ein, genauer hinzusehen, zuzuhören und um sich mit Fragen zu beschäftigen: nach Verantwortung, nach Erinnerung und nach der Möglichkeit von Annäherung und vielleicht auch Versöhnung.
Die Ausstellung wird präsentiert und eröffnet von Yorck Dertinger.
Wir freuen uns sehr auf euer Kommen und auf einen gemeinsamen Abend im raumB1.
Hubertus Hamm – vi-ew echo, 2025 Vernissage: Freitag, 13. März 2026, 19Uhr Ausstellungsdauer: 13. – 29. März 2026 Öffnungszeiten: täglich von außen erlebbar.
Yorck Dertinger präsentiert als fünfte und letzte Position der Winterreihe LICHTERKETTE im raumB1 eine Arbeit von Hubertus Hamm. Es ist uns eine besondere Ehre, den renommierten und vielfach ausgezeichneten Fotografen und Künstler mit einer zentralen Arbeit seiner Werkgruppe vi-ew zeigen zu können. Mit dieser Ausstellung findet die Winterreihe ihren konsequenten Abschluss – konzentriert, präzise und dem Phänomen Licht in seiner grundlegendsten Dimension gewidmet. vi-ew bewegt sich in einer Zwischenzone von Fotografie und Skulptur. Die Arbeiten erzeugen keine Bilder im klassischen Sinn, sondern organisieren Wahrnehmung. Bild entsteht als Ereignis – abhängig von Abstand, Winkel, Licht und Bewegung. Fotografie verschiebt sich hier von der Aufnahme zur Phänomenologie. vi-ew . echo besteht aus einer metallischen Wabenstruktur (ca. 125 × 125 cm) auf schwarzem Podest im dunklen Raum. Frontal erscheint die Fläche transparent, seitlich verdichtet sie sich zur Schwärze – nicht durch Farbe, sondern durch Lichtabsorption in den Zellen. Dunkelheit und Durchlässigkeit sind Zustände des Blicks. In der Tiefe wird eine reale LED-Kerze sichtbar. Das Motiv ist nicht gemalt, sondern als Lichtquelle präsent und erschließt sich erst in der Bewegung. Bild entsteht aus der Organisation von Licht, Material und Betrachter*in.
Die kunsthistorische Bezugnahme ist präzise gesetzt: Das schwarze Quadrat – als historischer Nullpunkt der Darstellung von Kazimir Malevich bis zu den späten Schwarzbildern von Ad Reinhardt – wird hier nicht gemalt, sondern material- und lichtphysikalisch erzeugt.
Dem gegenüber steht das Kerzenmotiv, das im Werk von Gerhard Richter zu einem kanonischen Bild geworden ist.
In vi-ew . echo wird es nicht abgebildet, sondern als reale Präsenz in den Raum überführt. So entsteht ein „Echo“ zweier Bildtraditionen, das weniger über Motive als über Bedingungen funktioniert: Reduktion und Figuration, Fläche und Tiefe, Darstellung und Präsenz werden nicht behauptet, sondern im Sehen erfahrbar gemacht.
Hubertus Hamm (geb. 1950) lebt und arbeitet in München. Nach dem Diplom an der Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie München (1973) assistierte er Jan Keetman und betreibt seit den 1970er-Jahren ein eigenes Atelier. Seit den 2000er-Jahren konzentriert er sich verstärkt auf künstlerische und Ausstellungsvorhaben, in denen er Fotografie als räumlich-materiale und wahrnehmungsabhängige Situation weiterdenkt – etwa in der Werkgruppe vi-ew.
Martin Dessecker – o.T. (normal?) Vernissage: Freitag, 13. Februar 2026 Ausstellungsdauer: 13. Februar – 1. März 2026 Öffnungszeiten: täglich von außen erlebbar. Ort: raumB1, Utting am Ammersee
Als 4. Position der Winterreihe LICHTERKETTE zeigt der raumB1 in Utting unter der Leitung von Joerg Staeger die eigens für den raumB1 entwickelte Installation „o.T. (normal?)“ vonMartin Dessecker.
Die Arbeit thematisiert Wahrnehmung als offenen, instabilen Prozess. Sie setzt dort an, wo Gewissheiten beginnen zu kippen und das vermeintlich Normale fragwürdig wird. Nicht als Provokation, sondern als leise Verschiebung – als Einladung, genauer hinzusehen.
Martin Dessecker wurde 1958 in München geboren. Nach einer Ausbildung in Grafik-Design und Fotografie studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München.
In den 1980er- und 90er-Jahren begann er mit Malerei, Skulptur und Fotografie, bevor sein Werk zunehmend raumbezogene Installationen, filmische Arbeiten und Mischformen einschloss.
Dessecker zeigt Arbeiten seither regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen, u. a. in Galerien und Institutionen in Deutschland, und realisiert Projekte, die Zeichnung, Objekt, Licht und Raum zu vielschichtigen Wahrnehmungssituationen verknüpfen.
Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Zeichnung, Skulptur, Installation und Raum. Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist häufig die genaue Beobachtung alltäglicher Situationen und Bildwelten. Ihn interessiert, wie schnell sich Wahrnehmung verfestigt – und wie sie sich durch minimale Eingriffe wieder öffnen lässt. Dessecker spricht in diesem Zusammenhang selbst vom „Überlisten“ gewohnter Sehweisen.
Formal spielt dabei die Linie eine zentrale Rolle: reduziert, präzise, mit Anklängen an die Comiczeichnung und der grafischen Zeichensprache. Diese vertraute Bildsprache erzeugt zunächst Nähe, entzieht sich jedoch einer eindeutigen Erzählung. Figuren, Zeichen und Fragmente bleiben bruchstückhaft und lassen Bedeutungen bewusst offen.
In „o.T. (normal?)“ wird diese zeichnerische Logik in den Raum übertragen. Der raumB1 fungiert als Bühne einer zurückhaltenden, fast theatralen Inszenierung. Licht, Fläche, Bild und räumliche Setzung treten in Beziehung zueinander, ohne sich zu einem geschlossenen Bild zu fügen. Die Installation versteht sich weniger als Objekt denn als Situation, die erst durch die Wahrnehmung der Betrachtenden vollständig wird.
Die Arbeit ist von außen erlebbar und nutzt den raumB1 als Schwellenraum zwischen öffentlichem Raum und persönlicher Wahrnehmung. Besonders in den Abendstunden entfaltet sich die Installation als stille Intervention im Alltäglichen.
Dank an Fienbork Design für die grafische Gestaltung von Plakat und Karte
Weitere erfolgreiche Ausstellung in der Winterreihe LICHTERKETTE
raumB1 setzte mit der Ausstellung EINDRINGLINGE von Susu Gorth und Joerg Staeger die Winterreihe LICHTERKETTE eindrucksvoll fort. Vom 23. Januar bis 08. Februar 2026 verwandelte sich der Projektraum allabendlich in ein vielschichtiges Gefüge aus Skulptur, Licht, Klang und Bewegung – und wurde zu einem Ort intensiver visueller und akustischer Erfahrung.
Licht als Impuls und Verbindung
Die Ausstellungsreihe LICHTERKETTE versteht Licht nicht nur als Beleuchtung, sondern als Energie, Impuls und verbindendes Element. In EINDRINGLINGE wurde dieser Gedanke auf radikale Weise weitergedacht: Licht erschien hier als fremde Kraft, die in bestehende Strukturen eindringt, sie markiert, verändert und neu auflädt.
Es war die erste Zusammenarbeit von Susu Gorth und Joerg Staeger – und sie setzte bewusst nicht auf harmonische Ergänzung, sondern auf dialogische Durchdringung. Skulptur, Installation, bewegtes Bild und akustische Interventionen griffen ineinander und entwickelten sich erst im Aufbau vor Ort zu einem finalen Werk. Der Raum selbst wurde zum Mitspieler.
Ein Raum, der atmet
Ergänzt wurde die visuelle Ebene durch eine vielschichtige Klangskulptur: Improvisationen an der Hammond-Orgel (Thomas Schwaiger), digitale Geräusche, elektronische Resonanzen und gezielte Störimpulse verdichteten sich zu einem akustischen Organismus. Der Raum wurde nicht nur bespielt, sondern schien selbst zu atmen.
Im Zentrum stand der Prozess von Befall und Einschreibung:
das Eindringen fremder Kräfte in ein System – und deren Festsetzen, das dieses System von innen heraus verändert.
So verwandelte sich der raumB1 in ein durchlässiges Gefüge, in dem organisch und künstlich, analog und digital, alt und neu ununterscheidbar wurden. Statt Abwehr erzeugten die „Eindringlinge“ Möglichkeit – ein offenes Feld des Werdens.
Große Resonanz
Die Ausstellung stieß auf große Resonanz beim Publikum. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Möglichkeit, die Installation täglich von außen zu erleben oder zur Eröffnung zusammenzukommen. Die besondere Atmosphäre – zwischen Unheimlichkeit und poetischer Intensität – machte EINDRINGLINGE zu einem eindrucksvollen Beitrag der Winterreihe und zu einem starken Auftakt für weitere Projekte im raumB1.
Mit dieser Kooperation wurde deutlich, wie produktiv künstlerische Durchdringung sein kann: als Prozess, als Risiko – und als Lichtimpuls, der Räume nachhaltig verändert.