LICHTERKETTE – Hubertus Hamm – vi-ew echo

LICHTERKETTE – die Winterreihe im raumB1

Hubertus Hamm – vi-ew echo, 2025
Vernissage: Freitag, 13. März 2026, 19Uhr
Ausstellungsdauer: 13. – 29. März 2026
Öffnungszeiten: täglich von außen erlebbar.

Yorck Dertinger präsentiert als fünfte und letzte Position der Winterreihe LICHTERKETTE im raumB1 eine Arbeit von Hubertus Hamm. Es ist uns eine besondere Ehre, den renommierten und vielfach ausgezeichneten Fotografen und Künstler mit einer zentralen Arbeit seiner Werkgruppe vi-ew zeigen zu können. 
Mit dieser Ausstellung findet die Winterreihe ihren konsequenten Abschluss – konzentriert, präzise und dem Phänomen Licht in seiner grundlegendsten Dimension gewidmet.
vi-ew bewegt sich in einer Zwischenzone von Fotografie und Skulptur. Die Arbeiten erzeugen keine Bilder im klassischen Sinn, sondern organisieren Wahrnehmung. Bild entsteht als Ereignis – abhängig von Abstand, Winkel, Licht und Bewegung. Fotografie verschiebt sich hier von der Aufnahme zur Phänomenologie. vi-ew . echo besteht aus einer metallischen Wabenstruktur (ca. 125 × 125 cm) auf schwarzem Podest im dunklen Raum. Frontal erscheint die Fläche transparent, seitlich verdichtet sie sich zur Schwärze – nicht durch Farbe, sondern durch Lichtabsorption in den Zellen. Dunkelheit und Durchlässigkeit sind Zustände des Blicks.
In der Tiefe wird eine reale LED-Kerze sichtbar. Das Motiv ist nicht gemalt, sondern als Lichtquelle präsent und erschließt sich erst in der Bewegung. Bild entsteht aus der Organisation von Licht, Material und Betrachter*in.

Die kunsthistorische Bezugnahme ist präzise gesetzt: Das schwarze Quadrat – als historischer Nullpunkt der Darstellung von Kazimir Malevich bis zu den späten Schwarzbildern von Ad Reinhardt – wird hier nicht gemalt, sondern material- und lichtphysikalisch erzeugt. 

Dem gegenüber steht das Kerzenmotiv, das im Werk von Gerhard Richter zu einem kanonischen Bild geworden ist. 

In vi-ew . echo wird es nicht abgebildet, sondern als reale Präsenz in den Raum überführt. So entsteht ein „Echo“ zweier Bildtraditionen, das weniger über Motive als über Bedingungen funktioniert: Reduktion und Figuration, Fläche und Tiefe, Darstellung und Präsenz werden nicht behauptet, sondern im Sehen erfahrbar gemacht.

Hubertus Hamm (geb. 1950) lebt und arbeitet in München. Nach dem Diplom an der Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie München (1973) assistierte er Jan Keetman und betreibt seit den 1970er-Jahren ein eigenes Atelier. Seit den 2000er-Jahren konzentriert er sich verstärkt auf künstlerische und Ausstellungsvorhaben, in denen er Fotografie als räumlich-materiale und wahrnehmungsabhängige Situation weiterdenkt – etwa in der Werkgruppe vi-ew.

https://hubertushamm.de

LICHTERKETTE – die Winterreihe im raumB1
Hubertus Hamm – vi-ew echo, 2025
Vernissage: Freitag, 13. März 2026, 19Uhr
Ausstellungsdauer: 13. – 29. März 2026
Öffnungszeiten: täglich von außen erlebbar.
Ort: raumB1, Utting am Ammersee, Bahnhofplatz 1

Dank an Fienbork Design für die grafische Gestaltung von Plakat und Karte

LICHTERKETTE – Martin Dessecker – o.T. (normal?)

LICHTERKETTE – die Winterreihe im raumB1

Martin Dessecker – o.T. (normal?)
Vernissage: Freitag, 13. Februar 2026
Ausstellungsdauer: 13. Februar – 1. März 2026
Öffnungszeiten: täglich von außen erlebbar.
Ort: raumB1, Utting am Ammersee

Als 4. Position der Winterreihe LICHTERKETTE zeigt der raumB1 in Utting unter der Leitung von Joerg Staeger die eigens für den raumB1 entwickelte Installation „o.T. (normal?)“ von Martin Dessecker.

Die Arbeit thematisiert Wahrnehmung als offenen, instabilen Prozess. Sie setzt dort an, wo Gewissheiten beginnen zu kippen und das vermeintlich Normale fragwürdig wird. Nicht als Provokation, sondern als leise Verschiebung – als Einladung, genauer hinzusehen.

Martin Dessecker wurde 1958 in München geboren. Nach einer Ausbildung in Grafik-Design und Fotografie studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. 

In den 1980er- und 90er-Jahren begann er mit Malerei, Skulptur und Fotografie, bevor sein Werk zunehmend raumbezogene Installationen, filmische Arbeiten und Mischformen einschloss. 

Dessecker zeigt Arbeiten seither regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen, u. a. in Galerien und Institutionen in Deutschland, und realisiert Projekte, die Zeichnung, Objekt, Licht und Raum zu vielschichtigen Wahrnehmungssituationen verknüpfen.

Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Zeichnung, Skulptur, Installation und Raum. Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist häufig die genaue Beobachtung alltäglicher Situationen und Bildwelten. Ihn interessiert, wie schnell sich Wahrnehmung verfestigt – und wie sie sich durch minimale Eingriffe wieder öffnen lässt. Dessecker spricht in diesem Zusammenhang selbst vom „Überlisten“ gewohnter Sehweisen.

Formal spielt dabei die Linie eine zentrale Rolle: reduziert, präzise, mit Anklängen an die Comiczeichnung und der grafischen Zeichensprache. Diese vertraute Bildsprache erzeugt zunächst Nähe, entzieht sich jedoch einer eindeutigen Erzählung. Figuren, Zeichen und Fragmente bleiben bruchstückhaft und lassen Bedeutungen bewusst offen.

In „o.T. (normal?)“ wird diese zeichnerische Logik in den Raum übertragen. Der raumB1 fungiert als Bühne einer zurückhaltenden, fast theatralen Inszenierung. Licht, Fläche, Bild und räumliche Setzung treten in Beziehung zueinander, ohne sich zu einem geschlossenen Bild zu fügen. Die Installation versteht sich weniger als Objekt denn als Situation, die erst durch die Wahrnehmung der Betrachtenden vollständig wird.

Die Arbeit ist von außen erlebbar und nutzt den raumB1 als Schwellenraum zwischen öffentlichem Raum und persönlicher Wahrnehmung. Besonders in den Abendstunden entfaltet sich die Installation als stille Intervention im Alltäglichen.

Dank an Fienbork Design für die grafische Gestaltung von Plakat und Karte

Susu Gorth / Joerg Staeger EINDRINGLINGE

Weitere erfolgreiche Ausstellung in der Winterreihe LICHTERKETTE

raumB1 setzte mit der Ausstellung EINDRINGLINGE von Susu Gorth und Joerg Staeger die Winterreihe LICHTERKETTE eindrucksvoll fort. Vom 23. Januar bis 08. Februar 2026 verwandelte sich der Projektraum allabendlich in ein vielschichtiges Gefüge aus Skulptur, Licht, Klang und Bewegung – und wurde zu einem Ort intensiver visueller und akustischer Erfahrung.

Licht als Impuls und Verbindung

Die Ausstellungsreihe LICHTERKETTE versteht Licht nicht nur als Beleuchtung, sondern als Energie, Impuls und verbindendes Element. In EINDRINGLINGE wurde dieser Gedanke auf radikale Weise weitergedacht: Licht erschien hier als fremde Kraft, die in bestehende Strukturen eindringt, sie markiert, verändert und neu auflädt.

Es war die erste Zusammenarbeit von Susu Gorth und Joerg Staeger – und sie setzte bewusst nicht auf harmonische Ergänzung, sondern auf dialogische Durchdringung. Skulptur, Installation, bewegtes Bild und akustische Interventionen griffen ineinander und entwickelten sich erst im Aufbau vor Ort zu einem finalen Werk. Der Raum selbst wurde zum Mitspieler.

Ein Raum, der atmet

Ergänzt wurde die visuelle Ebene durch eine vielschichtige Klangskulptur: Improvisationen an der Hammond-Orgel (Thomas Schwaiger), digitale Geräusche, elektronische Resonanzen und gezielte Störimpulse verdichteten sich zu einem akustischen Organismus. Der Raum wurde nicht nur bespielt, sondern schien selbst zu atmen.

Im Zentrum stand der Prozess von Befall und Einschreibung:

das Eindringen fremder Kräfte in ein System – und deren Festsetzen, das dieses System von innen heraus verändert.

So verwandelte sich der raumB1 in ein durchlässiges Gefüge, in dem organisch und künstlich, analog und digital, alt und neu ununterscheidbar wurden. Statt Abwehr erzeugten die „Eindringlinge“ Möglichkeit – ein offenes Feld des Werdens.

Große Resonanz

Die Ausstellung stieß auf große Resonanz beim Publikum. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Möglichkeit, die Installation täglich von außen zu erleben oder zur Eröffnung zusammenzukommen. Die besondere Atmosphäre – zwischen Unheimlichkeit und poetischer Intensität – machte EINDRINGLINGE zu einem eindrucksvollen Beitrag der Winterreihe und zu einem starken Auftakt für weitere Projekte im raumB1.

Mit dieser Kooperation wurde deutlich, wie produktiv künstlerische Durchdringung sein kann: als Prozess, als Risiko – und als Lichtimpuls, der Räume nachhaltig verändert.

Yorck Dertinger: „New York 1993–94“ Buchpräsentation und Ausstellung


Buchpräsentation und Vernissage
Samstag, 2. August 2025
Beginn: 19:00 Uhr
Buchverkauf & Signierung vor Ort

Der raumB1, Bahnhofstraße 1, Utting am AmmerseeDer raumB1 lädt gemeinsam mit Diana Graham und Yorck Dertinger herzlich zur feierlichen Buchpräsentation und Eröffnung einer begleitenden Ausstellung ein.

Gezeigt werden erstmals öffentlich Fotografien von Yorck Dertinger – aufgenommen in New York in den Jahren 1993 und 1994. Die Bilder sind ein eindrucksvolles, bislang ungesehenes Zeitdokument aus einer Stadt im Wandel.

Dertinger lebte Anfang der 1990er-Jahre ein Jahr lang in New York und realisierte dort ein radikales fotografisches Projekt: Täglich eine Rolle Schwarzweißfilm – über zwölf Monate hinweg. Ohne digitale Bearbeitung, ohne Inszenierung – direkt, ungeschönt, analog.

Entstanden ist eine visuelle Chronik des urbanen Alltags jenseits aller Postkartenidyllen: ein New York voller Energie, Gegensätze und Härte.

Schon damals entschied sich Dertinger, das Material erst drei Jahrzehnte später zu veröffentlichen. So wurde das Projekt für ihn nicht nur zur fotografischen Studie einer Stadt, sondern auch zu einer zeitversetzten Auseinandersetzung mit sich selbst.

Mit der Intuition eines Dokumentaristen und dem Blick für das Wesentliche fängt Dertinger Szenen ein, die oft unbeachtet bleiben – das Abseitige, das Flüchtige, das Wahre. Seine Fotografien erzählen von einem Leben zwischen Straßenkreuzungen, Bars und verlassenen Winkeln der Stadt, vom Rhythmus der Metropole und ihrer Menschen.

Fast dreißig Jahre lag das gesamte Material im Archiv. Erst vor Kurzem wurden die Bilder gesichtet – und bilden nun die Grundlage für das gleichnamige Fotobuch, das zur Ausstellung erscheint. 

Gestaltung und Herausgabe übernahm die renommierte New Yorker Designerin Diana Graham, die Anfang der 1990er-Jahre selbst in Manhattan lebte und dort das Designstudio Diagram (https://dianagraham.de) leitete. Heute lebt sie am Ammersee. In Dertingers Bildern erkannte sie nicht nur eine kraftvolle Dokumentation, sondern auch ein kollektives visuelles Gedächtnis ihrer Heimatstadt.

Die Buchpräsentation und Vernissage finden am Samstag, den 2. August 2025, ab 19 Uhr im raumB1 in Utting am Ammersee statt. Die Ausstellung ist bis Ende August geöffnet. Der Eintritt ist frei, das Buch kann vor Ort erworben und signiert werden.

raumB1 lädt ein zu einer fotografischen Reise in ein vergangenes New York – und zur Begegnung mit einer künstlerischen Position, die überrascht und bewegt.

raumB1, Bahnhofstr.1, Utting am Ammersee
Buchpräsentation und Vernissage
Samstag, 2. August 2025
Beginn: 19:00 Uhr
Buchverkauf & Signierung vor Ort

Weitere Öffnungszeiten:
So. 03. August 
So. 10. August
So. 17. August
jeweils 15-18 Uhr

New York in the year 93 and 94. All photographs on 35mm Film, uncut, full frame.

Armin Smailovic – „Srebrenica – Ich zählte mein Leben in Sekunden…“

Eröffnung:
Freitag, 4. Juli 2025, 19:00 Uhr
Hörspielaufführung mit Künstlergespräch:
Sonntag, 6. Juli 2025, 19:00 Uhr

Im Juli zeigt der raumB1 in Utting eine ganz besondere Ausstellung, die angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen weltweit eine beklemmende und traurige Aktualität erhält:

Yorck Dertinger präsentiert die fotografische Langzeitstudie „Srebrenica – Ich zählte mein Leben in Sekunden…“ des international renommierten Fotografen Armin Smailovic – anlässlich des 30. Jahrestags des Genozids von Srebrenica.

Diese eindrucksvolle Arbeit entstand über einen Zeitraum von sechs Jahren und geht weit über klassische Dokumentarfotografie hinaus. Smailovic begann seine Recherche 2009, als er bei einem Fototermin auf einen der wenigen Überlebenden des Völkermords traf – einen Mann, der die Erschiessungen im Ort Pilice (Ostbosnien) unter über 1.500 ermordeten Menschen wie durch ein Wunder überlebte. Diese Begegnung wurde zum Ausgangspunkt für eine intensive und schonungslose Auseinandersetzung mit den Ereignissen von 1995.

Smailovic sprach mit Überlebenden, Angehörigen, niederländischen Blauhelmsoldaten – und gemeinsam mit dem Regisseur Branko Šimić führten diese Recherchen 2015 zur Uraufführung des dokumentarischen Theaterstücks „Srebrenica – ich zählte mein Leben in Sekunden…“ am Thalia Theater Hamburg.

Ein zentrales Element der Ausstellung ist die Kraft der Fotografie als Form des Erinnerns und Widerstands. Am Sonntag, den 6. Juli 2025 um 19 Uhr, wird im raumB1 das darauf basierende Hörspiel des Deutschlandfunk Kultur aufgeführt – im Anschluss folgt ein Künstlergespräch mit Armin Smailovic..

Armin Smailovic lebt zwischen München und Sarajevo und arbeitet international als Fotograf, Autor und Regisseur. Seine Reportagen, Porträts und Langzeitprojekte erscheinen in führenden Medien wie dem SZ-Magazin, ZEITmagazin und Der Spiegel, ebenso wie bei Institutionen wie den Vereinten Nationen. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Hansel-Mieth-Preis, dem LEAD Award, dem Preis der Stadt München sowie dem Marler Medienpreis für Menschenrechte von Amnesty International. Als Mitbegründer des Fotodoks-Festivals und der Agentur Focus–Die Fotograf*innen zählt er zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Dokumentarfotografie.

Die Ausstellung ist ein dokumentarisches Mahnmal – ein visuelles Zeugnis über Erinnerung, Verantwortung und das Überleben. Gerade heute, angesichts wachsender nationalistischer, autoritärer und geschichtsrevisionistischer Tendenzen weltweit, ist ihre Botschaft dringlicher denn je.

Vernissage: Freitag, 4. Juli 2025, 19:00 Uhr
Hörspielaufführung mit Künstlergespräch: Sonntag, 6. Juli 2025, 19:00 Uhr

https://www.hoerspielundfeature.de/srebrenica-hoerspiel-ueber-das-kriegsverbrechen-von-1995-100.html

Weitere Öffnungszeiten:
Sa.5.  So. 13. und So. 20. Juli, 15-18 Uhr
Finissage: 27. Juli, 15-18 Uhr

raumB1, Bahnhofstraße 1, Utting am Ammersee

INTO EXISTENCE

Mark Huebner – Ausstellung und Live Painting Performance

Eröffnung:
14. Juni 2025, 19:00 Uhr

Mit „INTO EXISTENCE“ präsentiert Yorck Dertinger im raumB1 eine eindrucksvolle Ausstellung des international renommierten Künstlers Mark Huebner, geboren 1966 in Frankfurt am Main. Zur Vernissage wird der Künstler mit einer begleitenden Live Painting Performance persönlich anwesend sein.

Mark Huebner ist bekannt für seine großformartigen Malereien, raumgreifenden Installationen und performativen Arbeiten. Sein künstlerisches Schaffen erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und Kontinente – ein Werk von außergewöhnlicher Bandbreite, das tief in die menschliche Erfahrung eintaucht. Es ist zutiefst existenziell, vielschichtig und visuell kraftvoll – eine Einladung an das Publikum, sich mit den großen Fragen des Daseins auseinanderzusetzen.

„Diese neuen großformartigen Werkreihen sind ebenso mystisch wie allegorisch. In MARK begegnen wir einem wahren Renaissance-Menschen…“
– Anthony Fawcett, britischer Kunstkritiker

Bereits 1989 gründete Huebner sein erstes Atelier auf der Münchner Praterinsel. In dieser Zeit entstanden monumentale Skulpturen aus Stahl, oft begleitet von expressiven Live-Performances. Internationale Ausstellungen und Kooperationen mit namhaften Künstler*innen folgten.

Im Jahr 2000 verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt in den Regenwald Costa Ricas, wo er mit „Bamboo Rocks“ ein ökologisches Kunst- und Lebensprojekt gründete. Die enge Verbindung von Natur, Architektur und Kunst fand Ausdruck in „Ojo del Mar“, einem nachhaltigen Rückzugsort mit der höchsten Naturbau-Turmstruktur Zentralamerikas.

Heute lebt und arbeitet Mark Huebner zwischen dem Dschungel der pazifischen Küste Costa Ricas und Europa. Seine Malerei ist geprägt von energetischen Gesten, experimentellen Techniken und tiefen, meditativen Bildwelten. Sie öffnet Räume, in denen sich Intuition, Körperlichkeit und Reflexion begegnen.

Live Painting zur Erönung

Ein besonderer Höhepunkt der Vernissage ist die exklusive Live Painting Performance:

Mark Huebner erschafft im Moment – mit Körper, Farbe und Bewegung – ein Werk vor den Augen des Publikums. Dieser performative Akt ist mehr als ein künstlerischer Prozess: Er ist ein lebendiges Ritual, das Entstehung, Präsenz und Transformation vereint. Das Bild wird zur Bühne, der Malakt zur Erfahrung – intensiv, unvorhersehbar, sinnlich.

Art begins where words fail.“ – Mark Huebner

INTO EXISTENCE reiht sich ein in die lange Tradition der Kunst als Spiegel und Gegenbild zur „Wirklichkeit“ – von den Höhlenmalereien bis zur Performance der Gegenwart.
Doch Mark Huebner geht darüber hinaus: Er zeigt, dass dort, wo die Sprache an ihre Grenzen stößt, die Kunst ihr eigentliches Terrain betritt – als archaische, körperliche und geistige Praxis des Begreifens.

INTO EXISTENCE
Mark Huebner – Ausstellung und Live Painting Performance

Eröffnung:
14. Juni 2025, 19:00 Uhr
raumB1, Bahnhofstraße 1, Utting am Ammersee

Weitere Öffnungszeiten:
So. 15., So.22., Fr. 27., So. 29. Juni, jeweils 16:00–19:00 Uhr

Christoph Franke „Wie unten so oben“

Liebe Kunstfreund:innen!
Anlässlich der 4. Kreiskulturtage im Landkreis Landsberg am Lech vom 10. bis 25. Mai 2025 präsentiert Joerg Staeger im raumB1 in Utting am Ammersee:
Christoph Franke „Wie unten so oben“
Ein fotografisches Lauschen auf das göttliche Netzwerk der Natur – und auf uns selbst.

Vernissage Samstag 10.Mai 2025 um 20Uhr.

Die Welt ist in Aufruhr. Klimakrise, Kriege, soziale Spaltung, seelische Erschöpfung – das globale Gefüge scheint zu wanken, und mit ihm auch das Innere vieler Menschen. Was früher Halt gab, ist brüchig geworden. Beziehungen, Gemeinschaften, Werte. Orientierungslosigkeit breitet sich aus wie ein unsichtbarer Nebel.
In dieser Zeit des Wandels ruft uns Christoph Frankes fotografische Arbeit etwas in Erinnerung, das wir vielleicht längst vergessen haben: Dass es eine andere Form von Wissen gibt. Eine Weisheit, die nicht laut ist. Eine Sprache, die nicht auf Bildschirmen erscheint. Eine Ordnung, die nicht gemacht ist, sondern gewachsen.

„Wie unten so oben“ – der Titel dieser Ausstellung ist mehr als ein Zitat aus der alchemistischen Überlieferung. Er ist eine Einladung, die Welt als Spiegel zu begreifen. Was wir im Äußeren sehen, hat seine Entsprechung im Inneren. Was sich im Irdischen zeigt, verweist auf das Geistige.
So, wie die Baumkrone mit ihren fein verästelten Zweigen den Himmel berührt, so reichen ihre Wurzeln tief in die Erde. Oben und unten – sie sind kein Gegensatz. Sie sind Ausdruck eines einzigen, lebendigen Zusammenhangs.

Die stille Sprache der Bäume.

Sie leben seit Jahrtausenden – vernetzt, verbunden, tief verwurzelt in Erde und Licht. Was wir heute mühsam als neue wissenschaftliche Erkenntnis begreifen, ist in ihrem Sein selbstverständlich: Kommunikation, Austausch, Solidarität, Widerstandskraft. Über das unterirdische Pilzgeflecht, das sogenannte Wood Wide Web, senden Bäume Signale, teilen Ressourcen, reagieren auf ihre Umwelt.
Nicht im Wettbewerb. Sondern im Miteinander.

Christoph Franke begegnet diesen Wesen mit Demut. Seine Fotografien sind keine flüchtigen Momentaufnahmen – sie entstehen aus zahlreichen Einzelbildern, die in ihrer Tiefe spürbar machen, dass wir eingebunden sind in einen größeren, unsichtbaren Organismus. Indem er die Baumkronen auf den Kopf stellt, kehrt er die Perspektive um – und offenbart eine stille Wahrheit: Was wir für oben halten, könnte unten sein. Was wir außen suchen, beginnt im Inneren. Wie unten so oben. Wie innen so außen. Die Fotografien von Franke sind Spiegel.

Und sie sind Fragen: Was, wenn wir Menschen nicht isolierte Einheiten wären, sondern Teil eines lebendigen Ganzen? Was, wenn wir lernen würden, wieder zu lauschen – nicht auf die Geräusche der Welt, sondern auf die Rhythmen des Lebens? Wie kann ein verletzter Mensch – wie ein verletzter Baum – durch das Netz der Gemeinschaft getragen werden? In einer Welt, die laut ist, sprechen diese Bilder leise. Und vielleicht liegt genau darin ihre Kraft. Der französische Jesuit, Theologe und Naturwissenschaftler Pierre Teilhard de Chardin schrieb bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts:

„Wir sind keine menschlichen Wesen, die eine spirituelle Erfahrung machen. Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen.“
Vielleicht ist es Zeit, diese Erfahrung zuzulassen. Nicht in der Ferne – sondern direkt vor uns. In einem Baum. In einem Bild. In uns selbst.

Christoph Franke „Wie unten so oben“

10. – 25. Mai 2025

Sa. 10.05. – Vernissage 20 Uhr

Öffnungszeiten

So. 11.05. 16 – 19 Uhr

So. 18.05. 16 – 19 Uhr

So. 25.05  16 – 19 Uhr

Wir bedanken uns bei Fienbork Design für die Gestaltung von Plakat und Einladungskarte.

raumB1
Ein Raum für Kunst, Kultur und Begegnung 
Bahnhofsplatz 1 
86919 Utting am Ammersee

Einladung zur Finissage mit Lesung – Amelie Ries

Liebe Freundinnen und Freunde des raumB1,

wir laden Euch herzlich ein zur Finissage der Ausstellung:
Amelie Ries – People I Have (Never) Seen Before
Samstag, 3. Mai 2025, um 19:00 Uhr

Zum Abschluss dieser leisen, tiefgründigen Ausstellung erwartet Euch ein Abend, an dem sich Bildende Kunst und Lyrik in besonderer Weise begegnen – zart, eindringlich und voller Resonanz.

Lesung mit Sabine Kastius – Langjährige Sprecherin beim BR und anderen Sendern,  Atem- und Sprechtrainerin, Literaturvermittlerin: Seminare im Haus Buchenried im Sept. 25(https://www.sabinekastius.de/)

Sabine Kastius liest Gedichte von Rainer Malkowski, Wislawa Szymborska und Mascha Kaléko – Lyrik, die mit leiser Intensität das Menschliche berührt: das Übersehene, das Ungesagte, das Fragile. Texte, die fragen, was wir wahrnehmen – und was uns entgeht.

Wie die Werke von Amelie Ries (https://www.amelie-ries.de/) richten auch diese poetischen Stimmen den Blick auf das, was im Strom des Alltags oft unbeachtet bleibt: Begegnung, Erinnerung, Sichtbarkeit – und die stille Unsichtbarkeit des Einzelnen.

Zwischen keramischen Köpfen, abstrahierten Porträts und literarischen Fragmenten entfaltet sich ein leiser, eindringlicher Dialog über das Menschsein.

Samstag, 3. Mai 2025, 19:00 Uhr 
raumB1, Bahnhofstraße 1, 86919 Utting am Ammersee

Der Eintritt ist frei.
Wir freuen uns jedoch über einen wertschätzenden Beitrag zur Unterstützung der Lesung und der Ausstellungsarbeit. Mit Eurer Hilfe bleibt raumB1 ein Ort für Begegnung, Kunst und lebendigen Austausch.

Kommt vorbei – lassen wir diese besondere Ausstellung an diesem poetischen Abend gemeinsam ausklingen: mit bildender Kunst, Gesprächen und einem Glas Wein.

Mit herzlichen Grüßen

Joerg Staeger & das Team von raumB1

Amelie Ries – “People I Have (Never) Seen Before”

Liebe Kunstfreund:innen!

Der raumB1 in Utting setzt seine Frühjahrssaison mit einer eindrucksvollen Ausstellung der Künstlerin Amelie Ries fort.

Amelie Ries lebt in Issing, wo sich auch ihr Atelier befindet – einem kleinen Ort zwischen Ammersee und Lech, der für viele unscheinbar erscheinen mag, für sie jedoch der Ausgangspunkt einer intensiven künstlerischen Auseinandersetzung mit Identität, Wahrnehmung und gesellschaftlichen Strukturen ist.

Wen siehst du wirklich?

Menschen umgeben uns jeden Tag. Doch wie oft sehen wir wirklich hin? Wer bleibt unbemerkt? Wer wird übersehen? In einer Welt voller Eile, schnelllebiger Interaktionen und digitaler Reizüberflutung gehen viele Begegnungen verloren.

Mit ihrer Ausstellung „People I Have (Never) Seen Before“ lädt die Künstlerin Amelie Ries dazu ein, sich diesen Fragen zu stellen.

Ihre Arbeiten – darunter ausdrucksstarke Porträts, raumfüllende Installationen und keramische Objekte – reflektieren die Mechanismen sozialer Wahrnehmung.

Ihre abstrahierten Porträts thematisieren ungehörte, ungesehene und ungefragte Personen – sowohl am Rand der Gesellschaft als auch in unserem direkten Umfeld. Sie reflektieren soziale Distanz, aber auch das Potenzial neuer Begegnungen. In ihrer Auseinandersetzung erforschen sie das Verhältnis von Nähe und Distanz, Erinnerung und Vergessen. Die bewusst reduzierten Gesichtszüge laden dazu ein, die eigene Wahrnehmung und die Mechanismen der Aufmerksamkeit kritisch zu hinterfragen.

Besonders ihre Installation El Coro, bestehend aus hunderten schwebenden und liegenden Köpfen, konfrontiert uns mit der Anonymität der Masse. Wer sind diese Menschen? Waren sie schon einmal Teil unseres Lebens? Oder haben wir sie schlicht nicht wahrgenommen?

In Pending Thoughts hält sie 890 Gedankenfragmente auf 3.311 Keramikplättchen fest – geprägt und mit schwarzer Farbe hinterlegt. Über Monate hinweg entstanden diese Begriffe in einem intensiven, fast meditativen Prozess. Es sind Bruchstücke eines größeren Gedankengewebes, Splitter einer

fortwährenden Auseinandersetzung mit der Ausstellungsthematik.
Die Besucher sind eingeladen, Plättchen mitzunehmen und die Gedanken weiterzuführen.

Ries bewegt sich bewusst an den Schnittstellen zwischen Kunst, Soziologie und Psychologie. Die Ausstellung regt dazu an, den Blick zu schärfen, innezuhalten und echte Begegnungen zuzulassen. Es ist eine Einladung, das Unsichtbare sichtbar zu machen und darüber nachzudenken, wie sehr unsere Wahrnehmung von Gewohnheiten, Vorurteilen und gesellschaftlichen Normen geprägt ist.

Die Ausstellung läuft vom 11. April bis 3. Mai 2025 und ist ein Muss für alle, die sich für gesellschaftlich relevante Kunst interessieren.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Amelie Ries – “People I Have (Never) Seen Before” 
11. April – 3. Mai 2025

Fr. 11.04. – Vernissage 19 Uhr

Öffnungszeiten
Sa. 12.04. 15 – 18 Uhr
So. 13.04 15 – 18 Uhr
So. 20.04. 15 – 18 Uhr
So. 27.04 15 – 18 Uhr

Sa. 03.05. – Finissage 19 Uhr

Wir bedanken uns bei Fienbork Design https://www.fienbork-design.de für die Gestaltung von Plakat und Einladungskarte.

HOLYMOLY – Kunst zum Mitnehmen

Kunst und Engagement im raumB1

Liebe Kunstfreund:innen!

Unser ereignisreiches erstes Jahr als Betreiber des raumB1 neigt sich dem Ende zu, und wir blicken stolz auf spannende Monate als Ausstellungsmacher zurück. Unsere vielfältigen Projekte haben bei unseren Besucher*innen und Künstler*innen ausschließlich positve Resonanz gefunden und bestärken uns darin, auch 2025 mit einer breiten Palette künstlerischer Positionen die Kulturlandschaft am Westufer des Ammersees und darüber hinaus zu bereichern. Schon jetzt sind für 2025 mehrere spannende Ausstellungen in Vorbereitung.

Doch bevor es soweit ist, haben wir noch etwas Besonderes vor:

HOLYMOLY – Kunst zum Mitnehmen
An fünf Terminen im Dezember verwandelt sich der raumB1 zur Vorweihnachtszeit in einen alternativen Ort der Begegnung – stimmungsvoll, überraschend und inspirierend zugleich. Von Objekt und Skulptur über Malerei bis hin zu Fotografie stellen namhafte Künstler*innen ihre Werke aus. Eine Ausstellung voller wunderbarer Kunstwerke, die nicht nur zum Entdecken einladen, sondern auch direkt erworben und mitgenommen werden können!

Ein Teil des Erlöses fließt dabei in den Fortbestand des raumB1: Die Künstler*innen haben sich dazu entschlossen, einen Teil ihrer Einnahmen zu spenden, um unsere ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen. So tragen die Besucher*innen mit dem Erwerb eines Kunstwerks aktiv dazu bei, die lokale Kunstszene zu fördern und eine lebendige Plattform für künstlerische Begegnungen zu sichern.

Auch ohne die Absicht, die private Kunstsammlung um ein besonderes Objekt zu erweitern, freuen wir uns auf Ihren Besuch. Wie bei allen Ausstellungen im raumB1 sind es die Begegnungen und der wertvolle Austausch über Kunst und Kultur, die einen wichtigen Teil unseres Engagements ausmachen.

Herzliche Grüße
das raumB1 Team

Start:
Sonntag, 1. Dezember 2024 (1. Advent),
14 – 18 Uhr – Glühwein, Feuer und Musik inklusive

Weitere Termine:
Samstag, 7.12., Sonntag, 8.12., Samstag, 14.12., Sonntag, 15.12.,
jeweils von 14 – 18 Uhr

Teilnehmende Künstler*innen:
Toni Braovac . Yorck Dertinger . Hannah Doepke . Frank Fienbork .
Diana Graham (Hans Dumler) . Claudia Hassel . Alexandra Hendrikoff .
Ele Kittl . Victoria Martini . Mario Milchbrantweinstätter . Mathias Neuhauser . Marius Polter . seba.