LICHTERKETTE – Martin Dessecker – o.T. (normal?)

LICHTERKETTE – die Winterreihe im raumB1

Martin Dessecker – o.T. (normal?)
Vernissage: Freitag, 13. Februar 2026
Ausstellungsdauer: 13. Februar – 1. März 2026
Öffnungszeiten: täglich von außen erlebbar.
Ort: raumB1, Utting am Ammersee

Als 4. Position der Winterreihe LICHTERKETTE zeigt der raumB1 in Utting unter der Leitung von Joerg Staeger die eigens für den raumB1 entwickelte Installation „o.T. (normal?)“ von Martin Dessecker.

Die Arbeit thematisiert Wahrnehmung als offenen, instabilen Prozess. Sie setzt dort an, wo Gewissheiten beginnen zu kippen und das vermeintlich Normale fragwürdig wird. Nicht als Provokation, sondern als leise Verschiebung – als Einladung, genauer hinzusehen.

Martin Dessecker wurde 1958 in München geboren. Nach einer Ausbildung in Grafik-Design und Fotografie studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. 

In den 1980er- und 90er-Jahren begann er mit Malerei, Skulptur und Fotografie, bevor sein Werk zunehmend raumbezogene Installationen, filmische Arbeiten und Mischformen einschloss. 

Dessecker zeigt Arbeiten seither regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen, u. a. in Galerien und Institutionen in Deutschland, und realisiert Projekte, die Zeichnung, Objekt, Licht und Raum zu vielschichtigen Wahrnehmungssituationen verknüpfen.

Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Zeichnung, Skulptur, Installation und Raum. Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist häufig die genaue Beobachtung alltäglicher Situationen und Bildwelten. Ihn interessiert, wie schnell sich Wahrnehmung verfestigt – und wie sie sich durch minimale Eingriffe wieder öffnen lässt. Dessecker spricht in diesem Zusammenhang selbst vom „Überlisten“ gewohnter Sehweisen.

Formal spielt dabei die Linie eine zentrale Rolle: reduziert, präzise, mit Anklängen an die Comiczeichnung und der grafischen Zeichensprache. Diese vertraute Bildsprache erzeugt zunächst Nähe, entzieht sich jedoch einer eindeutigen Erzählung. Figuren, Zeichen und Fragmente bleiben bruchstückhaft und lassen Bedeutungen bewusst offen.

In „o.T. (normal?)“ wird diese zeichnerische Logik in den Raum übertragen. Der raumB1 fungiert als Bühne einer zurückhaltenden, fast theatralen Inszenierung. Licht, Fläche, Bild und räumliche Setzung treten in Beziehung zueinander, ohne sich zu einem geschlossenen Bild zu fügen. Die Installation versteht sich weniger als Objekt denn als Situation, die erst durch die Wahrnehmung der Betrachtenden vollständig wird.

Die Arbeit ist von außen erlebbar und nutzt den raumB1 als Schwellenraum zwischen öffentlichem Raum und persönlicher Wahrnehmung. Besonders in den Abendstunden entfaltet sich die Installation als stille Intervention im Alltäglichen.

Dank an Fienbork Design für die grafische Gestaltung von Plakat und Karte

Susu Gorth / Joerg Staeger EINDRINGLINGE

Weitere erfolgreiche Ausstellung in der Winterreihe LICHTERKETTE

raumB1 setzte mit der Ausstellung EINDRINGLINGE von Susu Gorth und Joerg Staeger die Winterreihe LICHTERKETTE eindrucksvoll fort. Vom 23. Januar bis 08. Februar 2026 verwandelte sich der Projektraum allabendlich in ein vielschichtiges Gefüge aus Skulptur, Licht, Klang und Bewegung – und wurde zu einem Ort intensiver visueller und akustischer Erfahrung.

Licht als Impuls und Verbindung

Die Ausstellungsreihe LICHTERKETTE versteht Licht nicht nur als Beleuchtung, sondern als Energie, Impuls und verbindendes Element. In EINDRINGLINGE wurde dieser Gedanke auf radikale Weise weitergedacht: Licht erschien hier als fremde Kraft, die in bestehende Strukturen eindringt, sie markiert, verändert und neu auflädt.

Es war die erste Zusammenarbeit von Susu Gorth und Joerg Staeger – und sie setzte bewusst nicht auf harmonische Ergänzung, sondern auf dialogische Durchdringung. Skulptur, Installation, bewegtes Bild und akustische Interventionen griffen ineinander und entwickelten sich erst im Aufbau vor Ort zu einem finalen Werk. Der Raum selbst wurde zum Mitspieler.

Ein Raum, der atmet

Ergänzt wurde die visuelle Ebene durch eine vielschichtige Klangskulptur: Improvisationen an der Hammond-Orgel (Thomas Schwaiger), digitale Geräusche, elektronische Resonanzen und gezielte Störimpulse verdichteten sich zu einem akustischen Organismus. Der Raum wurde nicht nur bespielt, sondern schien selbst zu atmen.

Im Zentrum stand der Prozess von Befall und Einschreibung:

das Eindringen fremder Kräfte in ein System – und deren Festsetzen, das dieses System von innen heraus verändert.

So verwandelte sich der raumB1 in ein durchlässiges Gefüge, in dem organisch und künstlich, analog und digital, alt und neu ununterscheidbar wurden. Statt Abwehr erzeugten die „Eindringlinge“ Möglichkeit – ein offenes Feld des Werdens.

Große Resonanz

Die Ausstellung stieß auf große Resonanz beim Publikum. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Möglichkeit, die Installation täglich von außen zu erleben oder zur Eröffnung zusammenzukommen. Die besondere Atmosphäre – zwischen Unheimlichkeit und poetischer Intensität – machte EINDRINGLINGE zu einem eindrucksvollen Beitrag der Winterreihe und zu einem starken Auftakt für weitere Projekte im raumB1.

Mit dieser Kooperation wurde deutlich, wie produktiv künstlerische Durchdringung sein kann: als Prozess, als Risiko – und als Lichtimpuls, der Räume nachhaltig verändert.

Yorck Dertinger: „New York 1993–94“ Buchpräsentation und Ausstellung


Buchpräsentation und Vernissage
Samstag, 2. August 2025
Beginn: 19:00 Uhr
Buchverkauf & Signierung vor Ort

Der raumB1, Bahnhofstraße 1, Utting am AmmerseeDer raumB1 lädt gemeinsam mit Diana Graham und Yorck Dertinger herzlich zur feierlichen Buchpräsentation und Eröffnung einer begleitenden Ausstellung ein.

Gezeigt werden erstmals öffentlich Fotografien von Yorck Dertinger – aufgenommen in New York in den Jahren 1993 und 1994. Die Bilder sind ein eindrucksvolles, bislang ungesehenes Zeitdokument aus einer Stadt im Wandel.

Dertinger lebte Anfang der 1990er-Jahre ein Jahr lang in New York und realisierte dort ein radikales fotografisches Projekt: Täglich eine Rolle Schwarzweißfilm – über zwölf Monate hinweg. Ohne digitale Bearbeitung, ohne Inszenierung – direkt, ungeschönt, analog.

Entstanden ist eine visuelle Chronik des urbanen Alltags jenseits aller Postkartenidyllen: ein New York voller Energie, Gegensätze und Härte.

Schon damals entschied sich Dertinger, das Material erst drei Jahrzehnte später zu veröffentlichen. So wurde das Projekt für ihn nicht nur zur fotografischen Studie einer Stadt, sondern auch zu einer zeitversetzten Auseinandersetzung mit sich selbst.

Mit der Intuition eines Dokumentaristen und dem Blick für das Wesentliche fängt Dertinger Szenen ein, die oft unbeachtet bleiben – das Abseitige, das Flüchtige, das Wahre. Seine Fotografien erzählen von einem Leben zwischen Straßenkreuzungen, Bars und verlassenen Winkeln der Stadt, vom Rhythmus der Metropole und ihrer Menschen.

Fast dreißig Jahre lag das gesamte Material im Archiv. Erst vor Kurzem wurden die Bilder gesichtet – und bilden nun die Grundlage für das gleichnamige Fotobuch, das zur Ausstellung erscheint. 

Gestaltung und Herausgabe übernahm die renommierte New Yorker Designerin Diana Graham, die Anfang der 1990er-Jahre selbst in Manhattan lebte und dort das Designstudio Diagram (https://dianagraham.de) leitete. Heute lebt sie am Ammersee. In Dertingers Bildern erkannte sie nicht nur eine kraftvolle Dokumentation, sondern auch ein kollektives visuelles Gedächtnis ihrer Heimatstadt.

Die Buchpräsentation und Vernissage finden am Samstag, den 2. August 2025, ab 19 Uhr im raumB1 in Utting am Ammersee statt. Die Ausstellung ist bis Ende August geöffnet. Der Eintritt ist frei, das Buch kann vor Ort erworben und signiert werden.

raumB1 lädt ein zu einer fotografischen Reise in ein vergangenes New York – und zur Begegnung mit einer künstlerischen Position, die überrascht und bewegt.

raumB1, Bahnhofstr.1, Utting am Ammersee
Buchpräsentation und Vernissage
Samstag, 2. August 2025
Beginn: 19:00 Uhr
Buchverkauf & Signierung vor Ort

Weitere Öffnungszeiten:
So. 03. August 
So. 10. August
So. 17. August
jeweils 15-18 Uhr

New York in the year 93 and 94. All photographs on 35mm Film, uncut, full frame.

Harry Sternberg und sein raumB1 am Uttinger Bahnhof

Stand: 08.04.2024, 15:24 Uhr

Harry Sternberg vor dem raumB1 in Utting
Harry Sternberg verlässt den raumB1: Nach sechs Jahren übergibt der Uttinger Künstler und Kurator den Raum am Bahnhof an seine Nachfolger. © Setzer

Wer in Utting zum Ammersee möchte, egal wie er anreist, kommt unweigerlich an der Bahnhofstraße eins vorbei. Früher befand sich an der zentralen Adresse die Touristeninformation der Gemeinde in einem kleinen Pavillon aus den 70er Jahren. Jetzt befindet sich dort der über die Landkreisgrenzen hinweg bekannte Kulturort „raumB1“. Lange zeit hat ihn Harry Sternberg kuratiert. Jetzt ist es für ihn an der Zeit, ‚seinen‘ Raum weiterzugeben.

Utting – Der raumB1 ist ein pulsierender und spannender Ort für Kunst, Kultur und Begegnung. Zu verdanken ist das Harry Sternberg, der als rühriger Gründer und Kurator das B1 seit nunmehr sechs Jahren als eine Erfolgsgeschichte betreibt; ohne das B1 wäre die Kulturregion Ammersee ärmer.

Die Idee, einen Begegnungsort für Kunst und Kultur zu schaffen, beschäftigte Sternberg schon länger – er selbst ist als Fotograf in der Kunst tätig. Gleich nach dem Austreten aus dem aktiven Berufsleben begann die Planung. Zuerst dachte er an einen Bauwagen, jedoch flatterte schon damals in seinem Kopf der kleinen Bau in der Bahnhofstraße. Und der Zufall kam ihm zu Hilfe: 2018 konnte er den Raum übernehmen. Sternbergs Traum war es, einen Raum zu schaffen, der Künstlern eine Plattform bietet, Hemmschwellen abbaut und möglichst viele Menschen anspricht – eine Gemeinschaft zusammenbringt. Die Vision wurde Wirklichkeit.

Die erste Ausstellung im raumB1: „Häftling Nr. 1“

Den Anfang machte die Ausstellung „Der Häftling Nr. 1“ über den Maler und Juristen Claus Bastian, der am Ammersee aufwuchs und als erster Häftling im KZ Dachau interniert wurde. Über sechzig weitere Ausstellungen stellte Sternberg im B1 auf die Beine. Darunter nicht nur Kunstausstellungen, sondern auch Dokumentarisches wie zu Brecht am Ammersee oder die begleitende Ausstellung zur Recherche der Schüler des Ammerseegymnasiums Dießen zu den Außenstellen des KZs Dachau. Dabei war es Sternberg immer ein besonderes Anliegen, dass auch Künstler außerhalb der Region zum Zuge kommen: „Viele Künstler und Projekte kamen dabei einfach auf mich zu, ich musste mich da nie bemühen. Nur mit jungen Künstlern sieht es anders aus, auf die geht man dann halt einfach aktiv zu, dann gelingt auch das.“ Neben den Ausstellungen sollte man auch die zahlreichen Konzerte und Lesungen im raum B1 nicht vergessen. Wie gesagt, Harry Sternberg ist rührig.

„Mir ging es immer darum, dass alle Menschen einen Blick auf die Kunst werfen. Genau dafür ist der zentrale Ort und die große Schaufensterfläche einfach ideal.“ Dieses Ziel hat Sternberg erreicht. Der raumB1 wurde zu einem Ort des Austauschs, der Inspiration und des kreativen Schaffens. Auch in den coronalen Zeiten samt ihren Kontaktbeschränkungen ging dieses Konzept auf. Hier agierte das B1 mit Ausstellungen, Video- und Klanginstallationen, die man durch das Fenster betrachten konnte.

Doch nun steht eine Veränderung bevor: Harry Sternberg übergibt den Raum in neue Hände. Ganz in seinem Sinn übernehmen die Künstler Yorck Dertinger, Jörg Staeger und Andi Dietz die Leitung und das Kuratieren im B1. Eines ist sicher: Das B1 bleibt Utting als Raum für Kunst und Kultur erhalten.

Kein Bedauern: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

Etwas Traurigkeit? „Nein, gar nicht. Das B1 hat mir unglaublich viel gebracht, Begegnungen mit Menschen, denen ich so vielleicht nicht begegnet wäre, viel Freude und Spaß. Ich habe auch immer gesagt, dass ich das nicht ewig machen werde.“ Und scherzhaft: „Mit´m Stock mag ich da nicht mehr hingehen, das schaut blöd aus.“ Sternberg vertraut seinen Nachfolgern – und ihren Ideen: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt und ich freue mich sehr, dass ich mein B1 weitergeben kann. Die werden sicher ihre eigene Handschrift einbringen und den raumB1 weiterentwickeln. Genau so ist es gut.“

Harry Sternberg hat den raumB1 mit Herzblut geführt. Sein Engagement und seine Leidenschaft waren sechs Jahre lang spürbar. Das B1 hat Künstler gefördert, Neues entdeckt und die lokale Kulturszene bereichert. Spannend und vielfältig war es immer im B1. Wir sind gespannt auf die Zukunft und freuen uns darauf, den raumB1 unter neuen Kuratoren weiterhin zu besuchen. Ein großes Dankeschön an Harry Sternberg.
Klaus Setzer

Zum Originalartikel aus dem Keisbote Landsberg;
https://www.kreisbote.de/lokales/landsberg/harry-sternberg-und-sein-raumb1-am-uttinger-bahnhof-92992021.html

Rochade Martin Gensbaur – Harry Sternberg

Eröffnungsrede des Künstlers Martin Gensbaur zu „Rochade“,
Utting, 11. November 2023

Liebe Freunde,
„Wo nehm` ich, wenn es Winter wird…? Fragt Friedrich Hölderlin in seinem Gedicht „Hälfte des Lebens“. Und es wird Winter. Das habe ich schon bemerkt als Harry Sternberg mir diesen Raum am Montag das erste Mal aufsperrte und spätestens gestern beim Hängen der Arbeiten. Der Ofen ist mit weiß gestrichen Brettern verkleidet, zu Gunsten eines „white cube“. Er soll den Bildern keine Konkurrenz machen. Im November wäre so etwas aber gar nicht so störend. Ich werde mich also in meiner Eröffnungsrede möglichst kurzfassen.

Die Idee zu einer zweiten gemeinsamen Ausstellung von Harry Sternberg und mir kam uns bei der ersten, im vergangenen Frühjahr im Dießener Taubenturm. Unsere beiden Räume — ich nenne sie mal „Kulturzellen am Ammersee Westufer“ — das Kunstfenster in Dießen und der Raum B1 hier in Utting haben inhaltliche Schnittmengen und sie sind als Schauräume in ihrem etwas provisorischen Charakter einander ähnlich. Und auch der Blick meines Kollegen Sternberg, der sich „enpassant“ nennt, kommt dem meinen nahe. Denkt man beispielsweise an die vielen Tankstellen und andere unbedeutende Orte, an denen ich als Maler nicht vorbeikomme. Was andere ausblenden oder übersehen, entdeckt und vergrößert der Fotograf Harry Sternberg zu einem Bild, oft überraschend, teils auch witzig — typische Sternbergs eben. Drei Arbeiten aus seiner Serie mit dem Titel „Vehikel“ sind ab heute bis Ende November bei uns im Kunstfenster zu sehen. Leider kann der Hausherr heute nicht dabei sein. Und eigentlich war auch bei uns in der Dießener Hofmark ein „Showroom“ mit mehreren seiner besonderen Fotografien geplant. Doch Gesundheitliches kam dazwischen und so gibt es heute nur diese eine Ausstellung mit nur einer Vernissage in Utting statt derer zwei in Dießen und hier.

Kommen wir zu meinen Bildern. Eigentlich meint Matisse „der Maler malt, wie der Vogel singt“. Erklärungen des Künstlers selbst seien also mehr als überflüssig. In meinem Fall ist das nicht ganz so, da ich als Lehrer gewohnt bin die Dinge zu beschreiben und zu erklären. Warum nicht auch meine eigenen?

„Wo nehm` ich, wenn es Winter wird, den Sonnenschein und Schatten der Erde“? Ich habe mit Hölderlin begonnen, weil eigenartigerweise in all den Bildern des vergangenen Sommers, die ich hier zeige, dieses Gedicht eine gewisse Rolle spielt. Dass ich in den Bildern Licht einfange, wie mit einem Brennglas, ist schon aus den italienischen Tankstellen und anderen Serien bekannt. Vielleicht gelingt mir das auch mit den „Bildern vom See“. Noch während wir gestern die Arbeiten an die Nägel hingen, meinte eine Passantin, ich fange mit den Bildern Leben ein. Licht und Leben — ja gewiss, das wäre in meinem Sinne. Wenn man so etwas in Malerei sammeln könnte wie einen Vorrat für den Winter, dann wäre dieser kleine Raum hier in Utting zumindest eine denkbare Antwort auf Hölderlins Frage. Ich bin zum Schluss noch das ganze Gedicht schuldig, geschrieben in einem Ausdruck, über dessen Pathos man heute teils etwas staunt. Erlaubt mir als Maler mit den Worten eines Romantikers zu sprechen. Keine Sorge: die Bilder, die wir hier sehen, sind die Bilder eines Zeitgenossen.

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Malperformance von Bettine Braun „HIC ET NUNC“ (hier und jetzt)

Am Sonntag den 30. April 2023 von 15 bis 18 Uhr findet im Raum B1 eine Malperformance von Bettine Braun „HIC ET NUNC“ (hier und jetzt) statt.

Bettine Braun malt dabei schnelle Bilder mit einer Staffelei auf  zweifelhaftem Papier mit Farben und viel schwarz.

Es entstehen spontane Verrätselungen, verspielte Augenblicke,   überraschende Unüberlegtheiten, fragile Ergebnisse.

Bettine Braun
in einem künstlerhaushalt in schwabing
geboren
gemalt und geschrieben
intermezzo beim film
im verlag gearbeitet
gereist
in utting das zuhause gefunden
zum überleben bücher übersetzt
und lektoriert
wie wild am westufer fotografiert
begeistert für portraits
auf märkten bilder verkauft
rund um die seen ausgestellt

Marco Calogera “ Wunderwelt der Insekten“

Insekten sind überall auch in unserer nächsten Umgebung. Schauen wir doch mal genauer hin. Es kann sehr spannend und faszinierend sein sie zu beobachten. Das Angebot zur Ausstellung im Raum B1soll auch gerade Kinder ansprechen und neugierig machen.

Plakat: www.fienbork-design.de

Unsere nähere Umgebung ist unser Garten, unser Haus, aber es kann auch die Wiese und der Wald sein. Alles was sich so am Boden und im Wasser bewegt. Ziel ist es zu sensibilisieren, wie wichtig und wunderbar unsere Insektenwelt ist und es ich lohnt alles zu tun sie zu schützen. Insekten sind noch fast überall und lebenswichtig. Je vielseitiger ein Lebensraum ist, desto grösser sind die Artenvielfalt und damit auch die Zahl der Insekten.

Schwerpunkt der Ausstellung mit Rahmenprogramm sind Zeichnungen, Bilder und Fotografien zu Insekten von Marco Calogera. Aufgewachsen ist Marco Calogera am Englischen Garten in München. Damals gab es noch Insekten in Hülle und Fülle, und viele seine Freunde hatten eine private Schmetterlingssammlung. Sie tauschten Schmetterlinge wie andere Briefmarken. Nun könnte man diese Sammelleidenschaft auch für das Insektensterben verantwortlich machen.

Nein, die Ursache für das Insektensterben ist der Verlust der Lebensräume durch Flächenversiegelung, „Überpflege“ von privaten und öffentlichen Gärten und die Landwirtschaft mit ihrem Einsatz von Insektiziden, Pestiziden, Überdüngung und vieles mehr.


Marco Calogeras zeichnerisches Talent kam früh zum Vorschein und bald versuchte er, die Entwicklungszyklen von Schmetterlingen zeichnerisch darzustellen. Als ein guter Freund seines Vaters ihm 1958 zwei Bestimmungsbücher für Schmetterlinge und Insekten schenkte, war sein Interesse vollends geweckt.

Mit Sybille Merian und Bernard Daurin und Jean-Henri Fabre („Erinnerungen eines Insektenforschers“) kam er später in Berührung. Die beiden sind  Insektenmaler, Fabre Meister der akribischen Beobachtung und Beschreibung.

Um das Jahr 1998 kam es dann zur Initialzündung: Durch Zufall wurde Marco Calogera auf das Seminar „Naturwissenschaftliches Zeichnen und Malen“ an der Kunstakademie München unter Frau Barbara Ruppel aufmerksam. Jetzt konnte er die Bilder – wenn auch nicht annähernd so gut wie sein großes Vorbild Bernard Daurin – selber malen.

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Grenzen Küssen

Eine Aktion des Landsberger Kultursommers: Im Rahmen des „Happenings der Bildenden Kunst“ des Vereins „Kunst hält Wache“.

Schondorf: CSU lehnt Kunstprojekt „Grenzen küssen“ ab – Starnberg – SZ.de (sueddeutsche.de)
Artikel von Katja Sebald, Süddeutsche Zeitung, Starnberg vom 15. Januar 2022

Zu provokant für Schondorf? (merkur.de)
Artikel von Susanne Greiner, Kreisbote Landsberg am Lech
vom 4. Januar 2022:

Ramona Schintzel – Schintzeljagd

Die Ausstellung ist Teil des Projekts Happening der bildenden Kunst 2021 des Vereins Kunst hält Wache e.V. und gleichzeitig Teil des Kultursommers 2021 Landsberg.

Der Kultursommer Landsberg 2021 #KS2021LL wird im Programm Kultursommer 2021 durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR gefördert.

Die Ausstellung

Von 16. Oktober bis 14. November wird im und um den raumB1 in Utting am Ammersee die Bilderausstellung „schiNtzeljagd“ stattfinden. Die Ausstellung umfasst im Kern klassische Portraitarbeiten in Öl auf Leinwand, die im Kontext der Umgebung und des Ausstellungsraumes unter Verwendung weiterer Requisiten installiert werden.

Im Bereich um den raumB1 und den Summerpark auf der Wiese bis hin zum Dampfersteg wird eine schiNtzeljagd (hier wird mit dem Nachnamen der Künstlerin kokettiert) geboten werden, im traditionellen Sinn einer Schnitzeljagd. Mehrere Stationen mit Bildern befinden sich auf dem Areal zwischen Summerpark und dem raumB1. Anhand der Bilder und begleitender Texttafeln werden Geschichten erzählt und miteinander verwoben, die so oder so ähnlich an Ort und Stelle stattgefunden haben könnten. So wird der Besucher auf einen Rundgang geführt, während dessen sich die Geschichte der spielenden Kinder und anderer Protagonisten Stück für Stück aufbaut, um ihren Abschluss in einer Installation im raumB1 zu finden.

Die im Freien ausgestellten Werke sind im Freigelände zwischen dem Bahnhof Utting und dem Seeufer sowie im Umfeld des raumB1 am Bahnhofplatz auf der anderen Seite des Bahnhofs zu finden.

Plakat: www.fienbork-design.de
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