Videos von Sabine Bretschneider und Andreas Ullrich

vom 14.August bis 20.September 2020 werden wieder neue „Einblicke“ in meinen Raum B1 in Utting gewährt. Durch die Schaufenster zu sehen sind diesmal 4 Videoarbeiten von Sabine Bretschneider und Andreas Ullrich.                        

Sabine Bretschneider

In der künstlerischen Auseinandersetzung richtet sich Sabine Bretschneiders Interesse u. a. auf das Verhältnis von Raum und Wahrnehmung, deren Wechselwirkungen und gegenseitige Bedingtheit sowie auf das grundlegend Prozessuale, dass Fragen nach Identität, Sprache als Verständigung sowie deren Bedeutung und Bedeutungsebenen aufspannt.

Sabine Bretschneider ist 1975 in Aichach geboren, arbeitet in den Bereichen Neue Medien, Video und mechanische Installation. Nach einer Ausbildung zur Grafikdesignerin folgte ein Studium der Bildhauerei und Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste in München  bei Magdalena Jetelova und Asta Gröting. 2007 wurde suolocco, das Büro für Kreation und Strategie, von ihr mitgegründet.

www.kuenstlerverbund.org/biennale_2013/bretschneider.html

Andreas Ullrich

Andreas Ullrichs künstlerische Arbeiten befassen sich kritisch mit Fragen des (Kunst-) Marktes und Kapitalisierungsprozessen sowie der Verschränkung von Subjekt – Kunst – Gewalt. Er interessiert sich dabei ästhetisch für die Schnittstelle zwischen grafischen und künstlerischen Ansätzen und verfährt entsprechend disziplinüberschreitend wobei insbesondere seine Kunst-Aktionen durch die Situationistische Internationale beeinflusst scheinen.

Seine Arbeiten bemühen Strategien der Refokussierung auf kritische Inhalte jenseits einer von Ullrich immer hinterfragten und mitbedachten Ökonomisierung des Kunstfeldes wie der Gesellschaft. Nicht zuletzt führen Ullrich diese Überlegungen immer wieder zu grundlegenden Fragen nach den gegenwärtigen Handlungsspielräumen des Zoon Politikon. Er setzt, philosophisch informiert, zudem die Frage nach dem Menschen bzw. dem Subjekt und seinen Möglichkeiten ins Zentrum seiner Arbeiten um das Konzept sogleich Infrage zu stellen, oder neu zu denken.

Dieser Ansatz spiegelt sich beispielsweise in seinen künstlerischen Arbeiten der Reihe „Skulpturperformances“ (Ullrich) wieder, etwa dann, wenn er in seinen bildhauerischen Arbeiten das Temporäre des eigenen Körpers aufgreift und die Skulptur ohne Mensch als reines Requisit erscheinen lässt.

Andreas Ullrich geboren 1976 ist Künstler und Grafiker. Er erlangte seinen Abschluss an der Deutschen Meisterschule für Mode in München im Jahr 2000. Anschließend studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Nikolaus Lang (Kulträume, Malerei und Grafik) bis 2007. Er studierte zudem Bildhauerei an der Kunsthochschule Weißensee Berlin bei Inge Mahn & Bernd Wilde. Ullrich lebt als freischaffender Künstler und Grafiker in München.

www.koingkoing.com

Videoarbeiten von Sabine Bretschneider und Andreas Ullrich

Raum B1
Ausstellungsdauer: Freitag, 14. August bis Sonntag 20. September
Bahnhofplatz 1
86919 Utting am Ammersee

Kammermusik im raum B1

Am Samstag, den 25.07.2020 spielen drei Streicher*Innen aus Landsberg in der Ausstellung von Timur Dizdar sommerliche Musik mit Werken von Giuseppe Giovanni Cambini (trios concertants) und Dvorak (Quarantine).   

Das Konzert beginnt um 11 Uhr im raum B1 in Utting, Bahnhofplatz 1 und dauert etwa 25 bis 30 Minuten.   

Die Musiker*Innen Christiane und Martin Honsálek (Geige und Bratsche) mit Katharina Kraus (Geige) wollen bei geöffneten Fenstern Innen im raum B1 im Stehen bei den Maschinen spielen.  

Ein Musikerlebnis im Freien mit Maske und Abstand!

Kunstwerke vom See: Harry Sternberg

Ammersee Kurier, Seite 2, 10. Juli 2020

,,Ich fotografiere fast nur noch mit dem Smartphone. “ Diesen Satz von einem passionierten Fotografen zu hören, mag überraschen. Harry Sternberg ist dieses Bekenntnis jedoch in keiner Weise unangenehm. Im Gegenteil, nach vielen Jahren, die er in fotografischer Hinsicht ebenso akribisch wie experimentell gearbeitet hat, genießt er diese unkomplizierte, freie Art, Eindrücke festzuhalten,» schließlich hat man das Handy immer griffbereit.

Und so hat er sich von der ständigen Verfügbarkeit und der mittlerweile sehr guten technischen Qualität der Handykameras überzeugen lassen. In einem immer gleichen Format führt er nun ein ,,Tagebuch in Bildern“ voller visueller Erinnerungen. Seine Motivwahl jedoch ist dabei von üblichen Tagebuchfotografien, wie sie bei fast jedem Nutzer im Handyspeicher zu finden sind, weit entfernt. Davon kann man sich in seinen Ausstellungen, wie in seinen Fotobüchern überzeugen. Es sind besondere Ausschnitte, die er der Welt entlehnt und als digitale Replik zu Kunstwerken macht: eine Szene in der U-Bahn, eine Reihe von Motorbooten, ein Farbspiel. Fast entschuldigend sagt er: ,,Ich sehe halt immer was“. und weiter, ,,manche Sachen halte ich aber nicht fest, so wie Stimmungen, die schaue ich lieber an.“ Ein Abendrot beispielsweise oder das Glitzern der Sonne auf dem Wasser.

Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit ist Harry Sternberg auch als Initiator, Veranstalter und Kurator tätig. er betreibt in Utting den ,,raum B1“, eine Veranstaltungsstätte für Kunst-Ausstellungen, zeitgeschichtliche Dokumentationen, Lesungen und Konzerte am Ende der Bahnhofstraße unmittelbar vor den Gleisen. Dort hinzugehen, lohnt sich auch in Corona-Zeiten, die ,,Einraumgalerie“ hat zur Straße hin eine Fensterfront und damit quasi ganzjährig geöffnet.

Mehr dazu unter:
www.raumb1.de oder www.harry-sternberg.de

Text/Foto: Nue Ammann

Kinetische Objekte von Timur Dizdar

Neue „Einblicke“ in meinen Raum B1 in Utting werden gewährt. Durch die Schaufenster zu sehen und zu schalten sind kinetische Objekte von Timur Dizdar.

Timur Dizdar greift mit seinen beweglichen Objekten und schwarzem Wasser den ästhetischen Aspekt des Sinnlosen, des Wiederholens von gleichen Abläufen auf. „Mit der Farbe Schwarz verbinde ich Ruhe und Kraft.“ Intuitiv fügt er Maschinen- und Installationsarmaturen zusammen, lässt sie drehen, glühen und kochen. Im Vordergrund stehen für ihn gestalterisch-formale Kriterien. Titel wie polarität, ausgleich oder unter-druck weisen auf mögliche weitere Ebenen hin. Zum Einsatz in der Ausstellung im Raum b1 kommen unter anderem ein Heizstab, eine Wasserpumpe, eine rotierende Herdplatte, Eisenoxid und Kaffee. Typisch für Timur Dizdar ist, dass die Besucher, den Mechanismus in Gang setzen, diesmal über ein speziell angefertigtes Tasten – Schaltbrett an der Fassade. Dadurch muss der Raum gemäß der aktuell geltenden Hygienevorschriften gar nicht betreten werden, die großen Fenster geben den Blick von außen frei.                                                           

Timur Dizdar, 1975 in München geboren, hat nach einer Berufsausbildung als Orthopädieschuhmacher die FOS für Kunst und Gestaltung besucht, danach ein Studium der Bildhauerei und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste in München absolviert und war Meisterschüler von Magdalena Jetelová. Nach dem Studium gibt er Kunstunterricht an Gymnasien und arbeitet im Vorstand des Künstlerverbund (KV) im Haus der Kunst München mit.  

Zu sehen waren seine Arbeiten unter anderem in der Galerie des BBK München, im Haus der Kunst, in Prag und Mexico City. Das Genre Bildhauerei bespielte er in verschiedenen Facetten, von Performance, Happening, Raum- und Videoinstallationen bis zu kinetischen Objekten, auf denen seit jüngster Zeit sein Schwerpunkt liegt.Inzwischen lebt er mit seiner Familie in Landsberg.                           

Leider kann es keine Vernissage geben, Timur Dizdar wird aber am Samstagabend ab 19:00 Uhr vor Ort sein und sich freuen, wenn wir uns draußen auf ein kurzes Gespräch mit Abstand oder auch auf ein Abstandsbier treffen.

Sehr gerne, könnt Ihr mit ihm per E-Mail auch einen individuellen Termin vor Ort vereinbaren. Das würde ihn sehr freuen.

papatimur@gmail.com

www.timur-dizdar.com

Raum B1
Ausstellungsdauer: Samstag, 27. Juni bis Dienstag 28. Juli
Bahnhofplatz 1
86919 Utting am Ammersee

Grenzen Spüren – Meike von Arndt

GRENZEN SPÜREN

Unter dem Motto GRENZEN SPÜREN bespielt die Uttinger Künstlerin Meike von Arndt  den Raum B1 in Utting.

Meike von Arndt hat beobachtet, daß sich fast über Nacht unser Leben in diesem Frühjahr verändert hat. Was macht das mit einem, wenn draußen das Leben vorüberzieht und die Welt plötzlich eine andere wird? In Form einer längeren Meditation, das Tempo drosseln, Abstand nehmen, Stille und während dessen die Veränderung: Große, breite Straßen plötzlich ohne Verkehr, menschenleere Bürgersteige, am Himmel keine Flugzeuge, die Sonne schien, der Himmel wirkte heller als zuvor, Menschen schien es kaum mehr zu geben, eigentlich eine paradiesische Welt. Gedanken mit denen sich Meike von Arndt in den letzten Wochen künstlerisch auseinandersetzte.

Zu sehen im
Raum B1, Utting; Bahnhofplatz 1
Geöffnet in der Fronleichnamswoche vom 9. Juni bis 14. Juni 2020
Mittwoch bis Sonntag von 17 bis 20 Uhr und
zusätzlich Donnerstag (Fronleichnam), Samstag und Sonntag von 11 bis 13 Uhr

Einblicke von außen jederzeit vom 9. Juni bis 21. Juni 2020

Es gelten beim betreten vom Raum B1 Maskenpflicht und die gesetzlichen Abstandsregeln.

Nekrographien von Gregor Netzer

Weitere „Einblicke“ im Raum B1 in Utting werden gewährt. Durch die Schaufenster zu sehen: Die Nekrographien von Gregor Netzer – „Eigentlich geht es immer um den Respekt vor dem Viech“

Essen gehört zu den Grundbedürfnissen unseres Lebens und damit auch zu jeder Kultur. In Netzers Nekrographien geht es um den Respekt vor den Lebensmitteln. Er will uns ihr Wesen und ihre Schönheit zeigen – etwas, was wir in unserer Gesellschaft nur allzu oft als etwas rein Profanes ansehen.

In der direkten Übertragungen auf das Bildmaterial kommen uns diese toten Tiere in ihrer Präsenz dabei unglaublich nahe. Und es bleibt nicht viel Zeit – der Prozess des Kunstmachens liegt zwischen dem Erlegen und dem Zubereiten und Verzehr. Der Vorgang erinnert an die vera icon der Antike, wie das „Turiner Grabtuch“ oder das „Schweißtuch der Veronika“. Und so stellt sich auch Netzer die Frage, wer dieses Bild eigentlich geschaffen hat: Der Künstler oder das dargestellte Tier?

+++ DES KLEINEN GREGORS TAGESEMPFEHLUNG +++Nekrographien von Gregor Netzer bis 7. Juni – im Raum B1, Bahnhofplatz 1, 86919 Utting DANKE AN DIE LIEBE ELKE FÜR DAS VIDEO

Gepostet von Gregor Netzer am Mittwoch, 13. Mai 2020

Die Nekrographien entstehen in einem direkten Abdruckverfahren vom toten Tier, vom Fisch bis hin zur ausgewachsenen Wildsau. Das Trägermaterial ist Wenzu-Papier, gedruckt wird mit Graphit. Wichtig ist hierbei, dass das Tier nur mit dem Papier in Berührung kommt und nach dem Kunst-Prozess komplett verwertet wird, von der Nase bis zur Zehenspitze.

Gregor Netzer, geboren 1965 in München, aufgewachsen in der billigen Vorstadt, lebt in Landsberg am Lech.

Foto: Peter Wilson

Gearbeitet und gelebt als Buchhändler, Autor von Trash-Literatur, Lektor, Koch, Verleger, Handelsvertreter, Filou, Punk, Kunstorganisator, Küchenhilfe, Komparse, Filmvorführer, Fischer, Kunstschmuggler, Fabrikarbeiter, Schauspieler, Automatenbetreiber, Galerist und Künstler in Deutschland, Frankreich und Italien. Seit Mitte der 10er Jahre macht er ausschließlich Kunst, galeriert oder organisiert Kunst.

Aktuell organisiert er die Ausstellung „Biennale Blau“ für den Herbst in Diessen.

Einblicke: Nekrographien von Gregor Netzer ganztägig vom Sonntag 10. Mai bis einschl. Sonntag 7. Juni 2020

Vorankündigung: Die Legende von Brechts Landhaus in Utting

In Zusammenarbeit mit Margret Brademann, der Leiterin des Brecht-Weigelhauses in Buckow bei Berlin, wird die Ausstellung über die Geschichte zu Brechts Landhaus in Utting wegen Corona erst nächstes Jahr im Raum B1 gezeigt werden.

Informationen zur Ausstellung zum Anhören

Geweih neu inszeniert

Die Objektkünstlerin Matilde Reymendt gibt toten Gegenständen wie Schweinefüßen und Geweihen postum Würde zurück. Ausstellung im B1

Ammersee Kurier, Freitag 6. März 2020

VON DAGMAR KÜBLER

Utting – Die Objektkünstlerin Matilde Reymendt gibt toten Gegenständen wie Schweinefüße und Geweihen postum Würde zurück – Ausstellung im B1. 30 Jahre waren die Landsbergerin Matilde Reymendt und ihre Objektkunst in München ,,im Exil“, nun ist Reymendt alias ,,mariamaggdalena“ wieder in die Heimat zurückgekehrt und stellt erstmals in einer Einzelausstellung im B1 in Utting aus.

Einen Anklang an Heimat scheinen im ersten Moment die Geweihe zu geben, die Hauptdarsteller der ,,Auf ewig Geweiht” betitelten Ausstellung, findet man sie landläufig doch häufig an Gartenhütten, in traditionellen Wirtschaften neben Schießscheiben oder als Kleiderhaken, verdeckt vom Lodenmantel. Den hat Reymendt entfernt mitsamt dem üblichen Klischee der Jagdtrophäe. Sie hat das Geweih neu und ungewöhnlich inszeniert, mit Dingen, die man eben so findet und die man brauchen kann, wie Reymendt sagt.

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Auf ewig Geweiht

Objektkünstlerin „mariamaggdalena“ (Matilde Reymendt) stellt im Uttinger Raum B1 aus.

Das Auge des Betrachters und sein Gemüt spielen bei der Landsberger Künstlerin „mariamaggdalena“ eine zentrale Rolle.

Matilde Reymendt (mariamaggdalena)

In ihrer neuen Ausstellung „Auf ewig Geweiht“ kann man konkret erfahren, was das bedeutet.

„Zwei, drei oder zehn Menschen, die ein und dasselbe Objekt sehen,“ so „mariamaggdalena“, „zeigen dennoch nicht dieselbe Reaktion, bei jedem einzelnen löst es andere Gefühle aus.“ Für sich genommen, ist das in der Welt der Kunst der Normalfall. Bei  „mariamaggdalena“ verstärkt sich diese Wirkung dadurch, dass sie ihre Objekte, diesmal sind es überwiegend Geweihe, vom üblichen Klischee des Trophäenhaften befreit und sie in einen gänzlich anderen, zuweilen mehr als überraschend neuen Kontext stellt.

Ausstellungsdauer: 29. Februar bis 8.März 2020
jeweils Freitag – Samstag – Sonntag von 16 -19 Uhr.